Weg mit der US-Sitcom „Last man standing“ auf Pro 7 – ein Spaß für Waffenlobbyisten

Der Sender Pro 7 soll die US-Sitcom „Last man standing“ sofort absetzen. Sie macht offen Parteiwerbung für ultrarechte Republikaner und verteidigt ungeniert die US-Waffengesetze und das umstrittene Fracking. Das ist nicht hinnehmbar. Eine deutsche Sitcom, die für eine Partei eintritt, wäre so garantiert unzulässig.

Der Sender Pro 7 hat keine deutsche Serie, die offensichtlich parteipolitisch ist. Das ist auch gut und richtig so! Aber der Privatsender zeigt ohne Scheu die US-Sitcom „Last man standing“, die unverblümt die ultrarechte Politik der Republikaner unters (deutsche) Fernsehvolk bringt. Der Protagonist Mike Baxter ist Marketingfachmann eines Outdoorladens, der alle Phantasien konservativer Amerikaner (männlich) erfüllt. Baxter verherrlicht die rechtsnationale Politik der Republikaner und verteidigt in fast jedem Serienteil deren Auswüchse wie beispielsweise die US-Waffengesetze, und er verspottet jeden, der eine andere Meinung zum Waffentragen hat.

„Last man standing“ macht Pazifismus und Ökologie lächerlich

Sein Schwiegersohn ist als grüner Gegenpart von den Filmemachern zu einer lächerlichen Karikatur überzeichnet, so dass sich Baxter mühelos an dessen links-ökologischen Ansichten abarbeiten und er seine reaktionären Einstellungen als die einzig vernünftigen darstellen kann.

Baxter pöbelt fortlaufend bösartig gegen Obama (der zur Ausstrahlung in den USA noch im Amt war), und das teilweise sehr rassistisch, und er macht sich als Macho über Hilary Clinton lustig. Ständig fällt bei ihm der Bauernfängersatz: Man müsse den Staat außen vor halten.

„Last man standing“ propagiert Fracking

Kurz: Die Figur Mike Baxter ist für den US-Präsidenten Donald Trump der allerbeste Werbeträger. Die Ehefrau Vanessa spielt zwar den etwas liberaleren Part, hält aber (brave Ehefrau) manchmal auch wider besseren Wissens zu ihrem Mann und verteidigt als in diesem Job tätige Geologin das auch in den USA umstrittene Fracking, mit dem aus Schiefergestein unter Einsatz von viel Chemie Öl „herausgepresst“ wird. Es ist ganz offensichtlich, dass die Drehbuchautoren dieser Frau eigens aus dem Grund, Werbung fürs Fracking zu machen, den Beruf einer Fachfrau zu diesem brisanten Thema gegeben haben.

Wer wissen will, wie Trump in Kreisen der amerikanischen Mittelschicht zu seinen Stimmen kam, kann sich die Serie mit dem nötigen Abstand ruhig mal anschauen.

„Last man standing“ von US-Sender abgesetzt

Der US-Sender ABC im Sommer 2017 abgesetzt, weil es immer heftigere Proteste wegen der unverblümten Politikwerbung hagelte. Der deutsche Sender Pro 7 hingegen hat die Ausstrahlung von „Last man standing“ sogar ausgeweitet. Warum? Pro 7 dürfte die Serie eigentlich nicht ausstrahlen. Aus vielerlei Gründen. Zum Beispiel wegen des Verbots von Parteiwerbung. Auf Deutschland übertragen: Es gibt richtigerweise keine Sitcom, die offen für CDU, SPD oder Grüne Werbung macht. Dagegen sind die Inhalte dieser Sitcom Wasser auf den Mühlen von AfD-Anhängern.

„Last man Standing“ gehört nicht ins deutsche Fernsehen

Warum gibt sich Pro 7 dafür her? Vielleicht weil die Programmmacher hoffnungslos unpolitisch sind und lediglich die Auseinandersetzung eines Familienvaters mit seinen vier Frauen (drei Töchter, eine Gattin) sehen. Sehr kurz gedacht. Pro 7 sollte dem Beispiel von ABC folgen. Weg mit dieser Sendung!

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