Was will Unudelgerekh Batkhuu in Auingen?

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Staatsanzeiger: Ausgabe 16/2013 Uwe Roth

Niemals käme die Redaktion auf die Idee, die Schwäbische Alb mit der Mongolei in Verbindung zu bringen oder gar zu vergleichen. Das erledigt stattdessen das Regierungspräsidium Tübingen.

Voller Stolz berichtet es vom Besuch einer mongolischen Delegation in dieser Woche im Biosphärenzentrum Münsingen-Auingen. Vom Namen her könnte Auingen zu Chöwsgöl-Aimag durchaus passen. Dieser Ort ist das Zentrum des Hovsgol-Nationalparks im Nordosten der Mongolei an der Grenze zu Russland. Berühmt ist das Reservat für seinen See. Mit seinen 2760 Quadratkilometern ist der Khövsgöl Nuur dreimal größer als das gesamte Biosphärengebiet zwischen Owen und Zwiefalten. Wer will da was vergleichen?

Was also wollten Khumbaa Tumendelger, der stellvertretende Direktor der mongolischen Tourismusvereinigung und Unudelgerekh Batkhuu, die Leiterin des Mongolischen Zentrums für Ökologie, in Auingen?

Auch darauf gibt das Regierungspräsidium eine klärende Antwort: Das Biosphärengebiet ist Vorbild und soll Khumbaa Tumendelger und Unudelgerekh Batkhuu helfen, das Management des Hovsgol-Nationalparks zu stärken und auf die wachsenden Besucherströme vorzubereiten. Im Vergleich zum mongolischen Nationalpark ist das Biosphärengebiet Schwäbische Alb eine städtische Grünzone. Wie sind die beiden bloß auf das Biosphärengebiet gekommen? Google Maps sieht sich außerstande, eine Route zu berechnen. Vielleicht hat der Älbler doch mehr gemeinsam mit dem Mongolen, als der Stuttgarter weiß.