VR-Bank Neckar-Enz engagiert sich für junge Generation

Bietigheimer Zeitung 09.05.2017

Bönnigheim Die VR-Bank Neckar-Enz engagiert sich vielfältig für die Ausbildung der jungen Generation. Sie beteiligt sich an der Aktion „Wir lesen intensiv“ der Bietigheimer Zeitung und hilft bei der Berufsfindung.

Der Unterricht findet an diesem Freitag unterm Dach der Filiale der VR-Bank Neckar-Enz in Bönnigheim statt. So mucksmäuschenstill ist es höchstens während einer Klassenarbeit: Hoch konzentriert beobachten die Zehntklässler die Leinwand. „Toleranz“ steht dort geschrieben. Darunter sind die Namen der Schüler gelistet. Die Aufgabe lautet: Über einen Handsender den Mitschüler zu bewerten. Taste Eins bedeutet, er ist überragend tolerant. Sechs bedeutet das gleiche wie die Schulnote, ungenügend. Es geht Schlag auf Schlag: Charisma, Belesenheit, Auffassungsgabe, Humor, und viele weitere Eigenschaften folgen, für die die Gymnasiasten sich selbst und ihre Mitschüler einschätzen. Wer welche Note vergeben hat, bleibt geheim.

Stärkenprofil mit dem Berufsnavigator

Ein Stärkenprofil zu erstellen, ist Teil eins des sogenannten Berufsnavigators. Das zertifizierte Verfahren zur Berufsorientierung bietet die VR-Bank seit zehn Jahren zweimal im Jahr für Schulen im Umkreis an. Diesmal sind 84 Schüler der Oscar-Paret-Schule in Freiberg und des Friedrich-Abel-Gymnasiums in Vaihingen dabei. „Die Berufswahl wird nach unserer Erfahrung oftmals vor allem interessengeleitet getroffen. Das muss nicht falsch sein, doch ob die persönlichen Fähigkeiten, Neigungen und Eigenschaften zu dem Berufsbild auch tatsächlich passen, wird meist weniger hinterfragt“, erläutert Alexander Schmid, der in der Bank für die Kommunikation zuständig ist.

Teil zwei des Berufsnavigators ist ein Gespräch in Vierergruppen mit einem dafür geschulten Mitarbeiter von der Genossenschaftsbank Baden-Württemberg. Es dient dazu herauszufinden, ob Anspruch und Wirklichkeit zusammenpassen. Einer der Berater ist Axel Klima. Der Familienvater kennt sich mit dem Problem junger Menschen aus, die angesichts von knapp 1000 Berufe schnell den Überblick verlieren. „Das Stärkenprofil jedes Schülers wird online zu einer Datenbank nach Hamburg geschickt“, erläutert er. Dort wird es von einer Software nach geeigneten Berufsqualifikationen ausgewertet. „Zehn mögliche Berufe werden zurückgespielt.“ Bei Laura steht Verwaltungsbetriebswirt ganz oben. „Passt das so für dich?“, fragt Axel Klima. Die junge Frau nickt.

Schulförderung der VR-Bank

„Die VR-Bank Neckar-Enz engagiert sich generell stark im Bereich der Schulförderung“, sagt Schmid. Zu sehen sei dies am Schulförderprogramm, mit dem die Bank jährlich Projekte in Höhe von 25 000 Euro fördert oder eben am Berufsnavigator. Den Schwerpunkt bilden nach seinen Worten Projekte und Initiativen, die für die Schulen alleine nicht realisierbar wären. Die VR-Bank ist zudem Kooperationspartner und Sponsor der Aktion „Wir lesen intensiv“ der Bietigheimer Zeitung. Sechs Wochen lang erhalten Schulen täglich Klassensätze Tageszeitungen und lesen diese. Außerdem werden im Unterricht die Zeitungen durchgearbeitet sowie Artikel verfasst. Die Teilnahme ergänze „sehr sinnvoll“ das Engagement der Bank im Bereich der Leseförderung, so Schmid.

Es sind Anstrengungen, die auch nach innen gerichtet sind: „Was wir überwiegend anhand der Auszubildenden beobachten, ist weniger ein Rückgang der Lesekompetenz als solcher, sondern vielmehr der Begleitkompetenzen, die mit intensivem Lesen verbunden sind“, stellt er fest und sagt weiter: „So beobachten wir einen stetigen Rückgang bei den Rechtschreibkenntnissen, auch in Stil und Ausdrucksweise. Zum Beispiel, wenn ein Firmenbrief zu schreiben ist.“

Große Herausforderungen

Fähige Mitarbeiter zu haben, ist Voraussetzung, um in einem Markt zu bestehen, der für Banken immer schwieriger geworden ist. Die VR-Bank Neckar-Enz, ursprünglich 1869 gegründet, hat bereits zwei Fusionen erfolgreich bestanden. Sie hat aktuell rund 300 Mitarbeiter, darunter 29 Auszubildende, und insgesamt knapp 60 000 Kunden bei einer Bilanzsumme von 1,2 Milliarden Euro.

„Die größten Herausforderungen der nächsten Jahre stellen zweifelsohne die anhaltende Zinsflaute sowie die Digitalisierung dar“, sagt VR-Bank-Vorstandschef Timm Häberle. „Für uns als Regionalbank wird es darauf ankommen, einerseits unsere Prozesse und Kostenstrukturen weiter effizienter auszugestalten und andererseits die Nähe zu unseren Kunden zu bewahren.“ Im digitalen Umfeld werde es darum gehen, für alltägliche Bankgeschäfte „moderne und innovative Lösungen anzubieten, aber dennoch weiterhin persönlich da zu sein“.

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