Vandalismus in Bussen ist zurückgegangen

Print Friendly, PDF & Email

Bietigheimer Zeitung Uwe Roth 22.03.2017

Mutwillige Zerstörungen in Linienbussen sind merklich zurückgegangen. Jugendliche, die während der Fahrt unentwegt auf ihr Smartphone starren, haben für Busunternehmen einen unerwarteten Vorteil: Die jungen Fahrgäste schreiben Kurznachrichten über WhatsApp und nicht wie früher auf Rückenlehnen oder die Innenverkleidung.

Das ist für Betriebsleiter Frank Metzger zumindest eine Erklärung, warum der Vandalismus in den Fahrzeugen der Ludwigsburgs Verkehrslinien (LVL) spürbar zurückgegangen ist. Dieser Trend wird vom Omnibusverkehr Spillmann und von Regiobus Stuttgart bestätigt. Auch die These mit dem Smartphone als eine Ablenkung vom Vandalismus halten die befragten Firmen für nicht abwegig.

Spillmann-Mitarbeiter Tobias Hähnle spricht von einer „sehr erfreulichen Entwicklung“ und nennt weitere Gründe, warum nach seiner Überzeugung die Fahrgäste selten zerstörerisch wirken: „Wir haben einen hochwertigen Fuhrpark, sehr gepflegt. Das setzt die Hemmschwelle hoch.“

In den Bussen der LVL wurde zudem im hinteren Drittel, wo es in der Vergangenheit die meisten Beschädigungen gab, eine „Clubbestuhlung“ eingeführt, wie Betriebsleiter Metzger erläutert. Dort sitzen die Fahrgäste nicht mehr hintereinander, sondern sie sitzen sich gegenüber. Die Rückenlehnen sind dicht am Fenster und somit außer Reichweite. „Die Videoüberwachung schreckt auch viele ab.“ Metzger ist allerhand gewohnt wie das Klauen von Notfallhammern: „Eine Zeitlang gab es das Scheiben-Scratching mit einer Anreißnadel, wie das Zerkratzen in der Szene hieß.“ Außerdem hatten sich Jugendliche einen Spaß daraus gemacht, die Haltewunschknöpfe kurzzuschließen.