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Anhänger der Initiative zum Bau einer Surfanlage im Neckar im Stuttgarter Stadtteil Untertürkheim zeigen, wo die perfekte Neckarwelle entstehen könnte. Foto: Uwe Roth

Stoppt schlechtes Wasser Neckarwelle?

Südwest Presse, Uwe Roth, 22.03.2019

Schlechte Nachrichten für Surf-Fans: Das Gesundheitsamt hat Bedenken wegen der Wasserqualität.

Stuttgart. Der Bürgerhaushalt hat der Surf-Initiative vor zwei Jahren zu einer Welle des Erfolgs verholfen, da sich viele Stuttgarter hinter das Anliegen stellten. Nun möchte der Verein Neckarwelle – wieder mit Hilfe der Bevölkerung – seinem Projekt im nächsten Bürgerhaushalt neuen Schub geben. Mit dem Vorschlag „Surfen mitten in Stuttgart“ bitten die Vereinsvorstände den Gemeinderat im Doppelhaushalt 2020/21 die „Mittel für den Bau einer surfbaren Flusswelle im Neckar im Stadtbezirk Untertürkheim bereitzustellen“.

Die Idee landete nach den Voten zum Bürgerhaushalt 2018/19 auf Platz 20 von 3457 eingereichten Projekten. Das Ergebnis veranlasste den Gemeinderat, eine Machbarkeitsstudie zu finanzieren. Gutachter stellten fest, dass ein solches Bauwerk möglich sei. Doch nun hat das Landesgesundheitsamt wegen der Qualität des Wassers Bedenken angemeldet. Wer Wasser schlucke, könne sich mit Coli-Bakterien und Enterokokken infizieren, heißt es in der Bewertung.

Die Stadt nimmt dabei Bezug auf die Badegewässerverordnung des Landes, der eine EU-Richtlinie zugrunde liegt. Vereinsvorstand Volker Sellmeier sagt dazu: „Surfen ist ein Sport über und nicht im Wasser. Nach der Logik müsste die Stadt auch das Ruderbootfahren auf dem Neckar verbieten.“ Sellmeier sagt, in der Studie sei die Wasserqualität als „ausreichend“ eingestuft worden. Zwischen Juni und Oktober 2018 sind Proben gezogen worden. In über 70 Prozent sei die Wasserverschmutzung unter den Grenzwerten geblieben. In den anderen Fällen, so vermutet er, sei wegen starken Regens Wasser aus Klärbecken in den Neckar gelangt. Im Stuttgarter Rathaus ist gerade ein Meinungsbildungsprozess im Gange. Dazu stimmen sich verschiedene Abteilungen intern ab. Man werde dann mit den Initiatoren sprechen, teilt die Verwaltung mit.

Die über 160 Kommentare auf der Internetseite des künftigen Bürgerhaushalts zur Neckarwelle sollen vermitteln, dass die geschätzten Baukosten von 4,2 Millionen Euro gut angelegtes Geld seien. „Das Wasser im Neckar wird auch in 30 Jahren noch nicht trinkbar sein – macht es also nicht zum alles entscheidenden K.-o.-Kriterium“, schreibt ein Homepage-Besucher. Selbst am Eisbach im Englischen Garten in München sei das Baden untersagt, das Treiben an der Surfwellen werde aber von der Stadt geduldet. ⇥Uwe Roth

Neckar: Surfwelle kommt näher

Südwest Presse, Uwe Roth, 10.12.2018

Einer Flusswelle im Neckar in Untertürkheim stehen laut einer Studie keine ökologischen Einwände entgegen.

Stuttgart. Die hiesigen Surfsportler, die sich in dem Stuttgarter Verein „Neckarwelle“ zusammengeschlossen haben, feierten am Samstag ihr einjähriges Vereinsbestehen. Die Stimmung in ihrer Stammkneipe in der Geisstraße war ausgelassen. Dafür gab es allerdings neben dem Jubiläum noch einen weiteren Grund: Der Verein ist in der vergangenen Woche seinem Herzenswunsch ein Stück nähergekommen und damit dem Traum von einer surfbaren Flusswelle auf einem Seitenarm des Neckars in Untertürkheim.

Der Vereinsvorstand hat dem Sportausschuss des Gemeinderats eine von der Stadt bezahlte Machbarkeitsstudie vorgestellt. Darin kommt der Gutachter zum Ergebnis, dass einer Umsetzung des Projekts aus ökologischer Sicht nichts im Weg stehe. Vorstandsmitglied Matthias Bauer will nicht von einer Welle der Begeisterung nach der Präsentation sprechen.

Geschätzte Baukosten: 4,2 Millionen Euro

Die Reaktionen der Ratsmitglieder seien aber „sehr positiv“ gewesen, „teilweise sogar begeistert“ – trotz der prognostizierten Baukosten von über 4,2 Millionen Euro. Bedenken kämen zudem vom Landesgesundheitsamt, das Baden im Neckar wegen der Wasserqualität für bedenklich halte.

Bauer führt den Erfolg im Sportausschuss trotz solcher Eintrübungen darauf zurück, dass die Studie aus seiner Sicht fundiert und überzeugend gewesen sei. Der beauftragte Gutachter Gunther Matthäus ist ein für solche Aufgaben bekannter Spezialist. Dazu kommt, dass die Vereinsspitze aus Ingenieuren und Juristen besteht, die Input lieferten. Bauer selbst ist Architekt.

Die Beziehung zum Fluss

Die Neckarwelle ist eine unter der Wasseroberfläche liegende Rampe, die die Strömung um das Vierfache beschleunigt und somit ein Surfen auf dem Seitenarm des Neckars ermöglichen würde. Die Neckarwelle soll mit den Baunebenkosten etwa 3,1 Millionen Euro teuer werden.

Dazu kommen laut Verein Kosten von rund 460 000 Euro, unter anderem für Sanitäranlagen und eine Terrasse. Die Betriebskosten werden auf jährlich 135 000 Euro geschätzt. Diese sollen über Mitgliedsbeiträge aufgebracht werden. Aktuell hat der Verein 300 Mitglieder – Tendenz steigend.

Bauer gibt sich zuversichtlich, dass der Gemeinderat noch im ersten Quartal 2019 grünes Licht gibt. Dann könne die Welle, wie beabsichtigt, 2020 in Betrieb gehen. „Ich denke, der Gemeinderat hat erkannt, dass die Surfwelle eine größere Dimension hat als eine reine Sportstätte“, sagte Bauer. Stuttgart sei dabei, den Neckar für sich zu entdecken. Eine solche Attraktion sei die Chance, eine weitere Beziehung zum Fluss aufzubauen. ⇥Uwe Roth

Anhänger der Initiative zum Bau einer Surfanlage im Neckar zeigen, wo die perfekte Neckarwelle entstehen könnte. Foto: Uwe Roth

Stuttgart soll 2020 mit der Neckarwelle zur Surferstadt werden

SWP Uwe Roth 21.07.2017

Bürgerhaushalt Wassersportler kämpfen weiter für Neckarwelle nach Münchner Vorbild.

Stuttgart. Bei der Abstimmung über die Prioritätenliste des Stuttgarter Bürgerhaushalts ist im April ihr Vorschlag auf Platz 20 von 3457 Plätzen gelandet. Vom überraschenden Erfolg beflügelt hat das Team Neckarwelle, das sich eine Surferwelle nach dem Vorbild der Münchner Eisbachwelle wünscht, nun nachgelegt: In einem Seitenarm des Neckars in Untertürkheim präsentierten die Wassersportler ihre Pläne zum Bau einer surfbaren Flusswelle. Mit vergleichsweise geringem Aufwand könne im Neckar eine Anlage installiert werden.

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