Coronavirus und Hamster-Einkäufe: Menschen nahe an der Hysterie

Samstag beim Discounter in Ludwigsburg. Schnell eine Milch holen. Viele Regale sind leer, die Einkaufswagen dagegen proppenvoll. Schlange an der Kasse. Der Grund: Coronavirus. Die Kassiererin sagt, so etwas habe sie noch nie erlebt. Freitagabend sei der Laden fast ausverkauft gewesen. Ein Kunde sei mit der Gasmaske an ihrer Kasse angestanden… Sie fürchtet, dass die frischen Lebensmittel unter den Hamsterkäufen, zum Teil auf dem Müll landen werden. Die Leute hätten so viel Frisches gekauft. Das alles könnten sie bis zum Verfallsdatum gar nicht essen.

Was macht man mit so einer Bevölkerung, wenn es mal wirklich zu einer Katastrophe kommt? Kurze Zeit später die Nachricht: Erdogan droht damit, Flüchtlinge nach Europa durchmarschieren zu lassen. Was passiert bei uns, wenn die Flüchtlinge auf so hysterische Menschen treffen, die sich schon jetzt inmitten von Verteilungskämpfen sehen?

Onlineredaktionen! Bitte hört auf, jeden frisch gefundenen Coronavirus-Verdächtigten zu posten, wenn nicht bekannt ist, wie dieser sich angesteckt haben mag. Das suggeriert, rein theoretisch könne sich dieser beim Nachbarn angesteckt haben. Reaktion: siehe oben. Das hat nichts mit Aufklärung und Nachrichten zu tun, sondern ist Brennstoff für Panikmache. Im Journalismus tut sich gerade Ungeheuerliches. Und meine Tageszeitung ist leider ganz vorne mit dabei.

Leute hetzen durch den Discounter, die glauben, dass sie mit einem einfachen Mundschutz Böses abwenden können. Das sind genau diejenigen, die nur die geposteten Überschriften mitnehmen, die sie dann mit ihren Ängsten vermengen.

Journalist Uwe Roth: Schreiben mit Interesse

 

Uwe Roth - Journalist. Er schreibt für Medien und textet in Einfacher Sprache für Menschen mit Lese-Problemen und Lern-Schwierigkeiten. Foto: Wolfgang Leja
Journalist Uwe Roth. Foto: Wolfgang Leja

Urkunde Lokaljournalistenpreis 2015 - Uwe Roth
Urkunde Lokaljournalistenpreis 2015 – Uwe Roth

Ich heiße Uwe Roth und bin seit 30 Jahren Journalist. Ich wohne in Ludwigsburg. Das ist in der Nähe von Stuttgart in Baden-Württemberg.
In meiner freiberuflichen Arbeit bin ich sowohl Autor bzw. Reporter als auch Blattmacher (Redakteur) für Zeitungen und Magazine. Auf Anfrage schreibe ich sehr gerne Kommentare und Glossen. Ihren Auftrag, eine Kolumne zu pflegen, nehme ich ebenfalls gerne an. Fotos und kurze Bewegtbilder liefere ich ebenso. Ich fotografiere und filme mit einer Systemkamera, die eine 4K-Auflösung hat. Außerdem bin ich Spezialist für die Einfache Sprache.

Als langjähriger Journalist habe ich verschiedene Themenschwerpunkte. Im Lokaljournalismus bin ich ebenso zuhause wie in der politischen Berichterstattung. Mein besonderes Anliegen sind die europapolitischen Themen. Leider ist die EU-Berichterstattung in den Redaktionen bis heute ein Nischenthema geblieben. 2019 sind die Wahlen zum Europäischen Parlament (EP). Damit diese nicht zum Desaster wird, sollte die Berichterstattung über die Arbeit des EP sowie der anderen EU-Institutionen dringend verbessert werden. Ich bin dafür bereit. 

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Redaktionshandbuch Europäische Union

Copyright Uwe Roth, List-Verlag München 1 998, ISBN 3-471 -78564-7

Vorwort

Heißt es nun korrekt Europäische Gemeinschaft oder generell Europäische Union? Existiert die EG seit Maastricht überhaupt noch? Ist der EG-Vertrag gleichzusetzen mit dem EU-Vertrag? In Seminaren ist es ein leichtes, Medienmenschen – sofern sie nicht in Brüssel, am Hauptort des EU-Geschehens, arbeiten – mit solchen Fragen komplett zu verwirren.
Dabei ist es nicht die Absicht, mit Kleinkariertem die Kolleginnen und Kollegen aufs Glatteis zu führen. EG und EU sind Schlüsselelemente zum Verständnis von Europapolitik. Journalistinnen und Journalisten, die zwischen den beiden Begriffen zu unterscheiden wissen, kommen bei aktuellen Themen wie der Bekämpfung der organisierten Kriminalität in Europa oder der Bewertung europäischer Außenpolitik zu einem differenzierteren Rechercheergebnis als diejenigen, die es nicht wagen oder wagen wollen, einen genauen Blick in die Black Box „Europa“ zu werfen.

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