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Bahnstadt Ludwigsburg abgelehnt

Bietigheimer Zeitung, Uwe Roth, 25.01.2019

Grünen-Fraktionschef Michael Vierling hat die Vision eines Ökoquartiers ohne Autoverkehr und mit begrünten Fassaden auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs. Das liegt an der westlichen Seite des Bahndamms Richtung Kornwestheim. Teilweise liegt es brach, oder es parken dort Autos und Busse. Entstehen könnte nach seinen Vorstellungen ein „urbanes Gebiet Bahnstadt Ludwigsburg“, Wohnraum für etwa 1000 Menschen. Arbeiten und Wohnen sollten nahe beieinander liegen. Vierling spricht von „Co-working“ und „Co-parking“.

Ein Jahr Aufschub

Der Antrag, darüber im Gemeinderat nachzudenken, lag ein Jahr unbearbeitet im Rathaus. Am Mittwoch war er endlich auf der Tagesordnung des Bauausschusses und wurde prompt ohne längere Diskussion mit großer Mehrheit abgeschmettert. Ja-Stimmen gab es lediglich von den drei Grünen-Räte im Ausschuss. Auch Oberbürgermeister Werner Spec war dagegen.

Die Begründungen zum Nein waren unterschiedlich: Der OB hält das Gelände nicht mit dem in Heidelberg vergleichbar. Dort ist die Bahnstadt inzwischen Realität geworden und Teil der Internationalen Bauausstellung (IBA). In Ludwigsburg habe das ehemalige Bahngelände inzwischen mehrere Eigentümer, darunter ein Autohausbetreiber und die Ludwigsburger Verkehrslinien (LVL). Ob die zum Verkauf bereit seien, bezweifelte er und bekannte: „Die Verwaltung tut sich mit dem Antrag noch schwer.“

CDU-Rat Reinhold Noz wurde deutlicher: „Das Gelände ist wichtig für das Gewerbe. Wohnen ist dort nicht sinnvoll.“ Die Verwaltung solle sich „keine unnütze Arbeit“ machen. Dieter Juranek von der SPD schlug vor, das Gelände als künftiges Betriebsgelände für die Stadtbahn und die BRT-Schnellbusse vorrätig zu halten. Zusammen zeigten sich die Gegner des Grünen-Antrags überzeugt, dass die Stadt genügend Baustellen habe und keine weitere brauche. Das Gelände ist Teil der Südstadt. Auf dem wird es nach diesem Beschluss in nächster Zeit zu keiner Neugestaltung kommen. Auf der anderen Seite des Bahndamms hingegen kommt einiges in Gang.

Dort ist im vergangenen Jahr ein Prozess zur Stadtteilentwicklung in Gang gekommen, der sich in diesem Jahr fortsetzen wird. Dafür hat der Bauausschuss einstimmig 100 000 Euro für eine Stuttgarter Fachagentur genehmigt. Die Südstadt ist von der Stadtverwaltung und der Kommunalpolitik lange nicht beachtet worden. Darüber war man sich in der Sitzung einig. Zwei Umständen ist es zu verdanken, dass sich nun das Bürgerbüro Bauen um die Belange der Bewohner in diesem Quartier kümmert: In einer Veranstaltung im Dezember 2017 machten die Bewohner der Stadtverwaltung sehr deutlich, dass sie mit der Wohn- und Parksituation sehr unzufrieden seien und sich von der Stadt im Stich gelassen fühlten (die BZ berichtete). Zum anderen hat die Wüstenrot & Württembergische AG (W&W) am südlichen Stadtrand den Ausbau ihres Firmensitzes abgeschlossen. Mehrere Hundert Arbeitsplätze sind von Stuttgart nach Ludwigsburg verlegt worden.

Mehr Verkehr in der Südstadt

Das bringt mehr Verkehr in die Südstadt und vergrößert die bereits vorhandene Parkplatznot. Nun stellen die Planer Überlegungen an, wie man die Autos der W&W-Mitarbeiter möglichst aus der Stadt halten kann.

„Die Geschäftsleitung ist zu einer größtmöglichen Zusammenarbeit bereit. Die Gespräche verlaufen sehr gut“, versicherte der Oberbürgermeister. In der Zwischenzeit habe sich das Unternehmen entschieden, das Hochhaus nicht abzureißen. Insgesamt biete die alte Bebauung des Konzerns viele neue Nutzungsmöglichkeiten. Auch Einzelhandelsgeschäfte könnten sich dort ansiedeln. Entschieden sei noch nichts. In das Konzept zur Quartiersentwicklung hat das Bürgerbüro bereits die Anwohner einbezogen. 2018 gab es einen Runden Tisch, einen Stadtteilspaziergang und einen Beteiligungsworkshop.

In diesem Jahr wird es eine Fortsetzung geben. In einer Sache haben die Anwohner ihr Ziel erreicht: Wohngebäude zur Anschlussunterbringung von Flüchtlingen werden wohl nicht gebaut. Stattdessen plant die Stadt den Bau eines Familienzentrums.

Der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim beim Neujahrsempfang der Ludwigsburger Kreis-Grünen im Staatsarchiv. Er sprach über Verständlichkeit in der Sprache. Foto: Uwe Roth

Frank Brettschneider: Alltagssprache statt Floskeln

Bietigheimer Zeitung Uwe Roth  09.02.2018

Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider sprach beim Neujahrsempfang des Grünen Landesverbands Ludwigsburg über die Verständlichkeit der Sprache. Von Uwe Roth

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Mitte-Studie: rechte Gesinnung und Gewaltbereitschaft

ZVW Uwe Roth 08.07.2017

Schorndorf. Trotz AfD und Pegida – die Gesellschaft ist nicht nach rechts gerückt, aber sie polarisiert sich. Das stellt Professor Elmar Brähler in seinem Vortrag am Donnerstag in Schorndorf fest. Grundlage seiner Erkenntnis sind regelmäßige Befragungen seit 2002 nach rechtsextremen Einstellungen in der Bevölkerung. Sorge bereitet ihm die wachsende Bereitschaft von Bürgern aus der Mittelschicht, rechte Gesinnung mit Gewalt zu demonstrieren.

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Gemeinderat Ludwigsburg: Tribunal nach Korruptionsvorwurf

Bietigheimer Zeitung Uwe Roth 30.06.2017

Freie Wähler, CDU und der OB haben sich in einer Gemeinderatssitzung die Grüne Fraktionsvorsitzende Elfriede Steinwald vorgeknöpft. Der Vorgang erinnerte an ein Tribunal.

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Die SMV der Robert-Franck-Schule Ludwigsburg hat zur Podiumsdiskussion eingeladen. Von links nach rechts: Peter Schimke (Die Linke), Macit Karaahmetoglu (SPD), Andreas Kasdorf (Bündnis90/Die Grünen), Moderatorin Angela Wistuba, Stefanie Knecht (FDP), Dominik Martin (CDU/JU) und Jürgen Braun (AfD). Foto: Uwe Roth

Politiker diskutieren über die Köpfe der Schüler hinweg

Bietigheimer Zeitung Uwe Roth 23.05.2017

Ludwigsburg Fünf Politiker und eine Politikerin sprachen am Montag in der Aula vor Schülern der Robert-Franck-Schule mit Blick auf die Bundestagswahl.

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Rundschlag: Gelber Engel findet Grün nicht doof

ZVW Uwe Roth 03.03.2015

Den ADAC muss man wahrlich nicht mögen. Aber zumindest konnte man am Automobilclub bislang eines wertschätzen: seine solide politische Verlässlichkeit. Sie orientierte sich Jahrzehnte konsequent an der Maxime „Freie Fahrt für freie Bürger“. So unverblümt offen wie in den 70er Jahren sagt das zwar längst kein ADAC-Funktionär mehr. Aber jede politische Stellungnahme aus der Münchner Zentrale läuft bis heute letztendlich auf diesen Hintergedanken hinaus: Tempolimit ist doof, Spritsteuer ist doof, Maut ist doof, Baumalleen sind doof, genauso wie Straßendemos, Radfahrer sind (meistens) doof, vierspurige Autobahnen sind sowieso doof, weil es müssten mindestens acht Spuren sein.

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Ersten Spatenstich macht Franz Untersteller an der Brenz

Staatsanzeiger Ausgabe 31/2011 Uwe Roth

Der Umweltminister kann sich dank beschlossener Energiewende auf seine Fachthemen konzentrieren

Stuttgart. Der erste Spatenstich. Jeder politische Repräsentant muss da durch – auch ein grüner Umweltminister. An der Hürbemündung bei Hermaringen im Landkreis Heidenheim ist es soweit: Franz Untersteller setzt den ersten Spatenstich in die Uferwiese. Seinen allerersten überhaupt, wie der 54-Jährige die Umstehenden aufklärt. Mit Wucht rammt der Minister aus Stuttgart die Schaufel ins Erdreich. Der Ministerneuling ist konzentriert, die geübten Kommunalpolitiker und der Regierungspräsident an seiner Seite geben sich mehr routiniert. Die Symbolik zählt, nicht die Eleganz: Die Brenz kann nach diesem Spatenstich um einen weiteren Kilometer mit Landes- und EU-Hilfe renaturiert werden.

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