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CMT: Radtourismus ist der Renner

Bietigheimer Zeitung, Uwe Roth, 14.01.2019

Tagesausflügler und Radreisende lassen den Tourismus im Landkreis Ludwigsburg wachsen. Auf der Urlaubsmesse CMT, die am Samstag in der Landesmesse am Stuttgarter Flughafen begonnen hat, werben die Kommunen kräftig um solche Kurzzeitgäste. In der Gastronomie und Hotellerie gehören eine Lademöglichkeit fürs Pedelec inzwischen zu einem selbstverständlichen Service wie freies W-Lan.

Für den Tagestourismus ist ein Anschluss an einen regionalen Radwanderweg von ebenso großer Bedeutung geworden wie eine Haltestelle im Verkehrsverbund Stuttgart (VVS). Ins 3B-Land kommen Gäste zudem über den Karlsruher Verkehrsverbund (KVV). Erneut haben die 3B-Kommunen Bietigheim-Bissingen, Bönnigheim und Besigheim in der Baden-Württemberg-Halle 6 einen Gemeinschaftsstand zusammen mit dem Kraichgau-Stromberg Tourismus und der Stadt Bruchsal. Eigentlich müsste es jetzt 3B-und-F-Land heißen: Freudental hat sich zum Jahresbeginn der Tourismus-Kooperation angeschlossen.

Das 3B-Tourismus-Team wird von Eric Reiter geleitet. Er ist am Eröffnungstag ebenfalls am Stand und stellt fest, dass vermehrt Tagestouristen aus ganz Baden-Württemberg das Gebiet an Enz und Neckar ansteuern. Die kommen immer öfter auf zwei Rädern statt mit dem Auto. „Radfahren ist wahnsinnig angesagt“, sagt der Tourismuschef. Besigheim profitiere wegen der Kreuzung zweier Landesradfernwege sowie seiner exponierten Lage besonders. Abseits der Flusstäler nimmt der Radtourismus ebenfalls zu. Der Elektroantrieb bringt ältere Radfahrer in höhere Lagen, die sie zuvor mit einem konventionellen Rad oder zu Fuß nie erreicht hätten. So profitieren nach seiner Beobachtung Freudental und Bönnigheim ebenfalls vom Boom der Tagesausflügler.

1000 Schnäpsle am Tag

In Bönnigheim können sie zum Beispiel das Schnapsmuseum besuchen. Was es dort zu probieren gibt, zeigt Museumsleiter Kurt Sartorius am Samstag: Acht verschiedene Schnäpse und Liköre hat er zum Stand gebracht. Etwa 1000 Proben, so schätzt er, gehen über den Tag weg. Der Renner sei ein Pflaumen-Sahne-Likör, der allein wegen seiner knallpinken Farbe die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Dass Erlebnisangebote Touristen anziehen, weiß man auch in der Stadt Vaihingen. Dort sind Stocherkahnfahrten „der absolute Renner“, wie Isolde Dürr vom Kultur- und Touristikbüro sagt. Solche Touren auf der Enz bringen ganze Gruppen in die Stadt – sehr zur Freude der Gastronomie. Die Tourismusmanagerin hat zum ersten CMT-Tag die Bonbonfabrik Jung „mitgebracht“. Dass es ein Bonbonmuseum gibt, macht die Stadt für Familien attraktiv, deren Kinder kein so großes Interesse an der Erkundung der historischen Altstadt haben.

Da hat es der Erlebnispark Tripsdrill einfacher. Er ist traditionell ebenfalls mit einem kleinen Stand auf der Messe vertreten. Wenn der Park am 6. April Saisoneröffnung hat, wird es einen neuen Erlebnisspielplatz geben. „Er wird eine Größe von 1400 Quadratmetern haben und ein Angebot auch für kleinere Kinder sein“, sagt Alexander Portmann vom Marketing. Auf der CMT zieht ein Glücksrad die Besucher an. So muss sich Tripsdrill neben dem großen Baden-Württemberg-Freizeitpark Rust nicht verstecken.

Die Stadt Ludwigsburg hat es etwas schwerer, Messebesucher auf ihren Stand aufmerksam zu machen. Blickfang ist erwartungsgemäß das Barockschloss. Doch das wird schon kräftig und großflächig am Stand der Schlösser und Gärten beworben. Sabine Lein und ihre Kollegin Tabea Müller vom Stadtmarketing werben besonders für die Stadtführungen. Neu ist die Stadtführerin Fräulein Henriette, die viel über die Geschichte der Bärenwiese zu erzählen hat. Neu ist ebenfalls eine kombinierte Führung durchs Schloss und durch die Innenstadt. Die B27 ist das größte Hindernis zwischen den beiden Barockattraktionen. Ein solches Angebot könnte helfen, die Gäste nach einem Besuch des Blühenden Barocks auf den Marktplatz zu locken. Ein neues Tourismuskonzept, das die Blicke der Tagestouristen verstärkt auf die Innenstadt lenken möchte, will die Stadt Ende des Monats vorstellen.

Die Urlaubsmesse CMT findet in diesem Jahr vom 12. bis 20. Januar auf dem Stuttgarter Messegelände statt und ist für die Besucher wochentags von 10 bis 18 Uhr, am Wochenende von 9 bis 18 Uhr, geöffnet.

In den kommenden Tagen werden noch weitere Repräsentanten am 3B-Stand anzutreffen sein. Die Weingärtnergenossenschaft Stromberg-Zabergäu wird am 17. und 18. Januar vor Ort sein, die Felsengartenkellerei Besigheim am 19. und 20., das Bietigheim-Bissinger Weingut Stephan Muck am 14. sowie die Weinkellerei Kölle aus Bönnigheim am 15. und 16. Januar.

Die Stadt Sachsenheim wir sich am Sonntag, 20. Januar, in der Halle 6 (Oskar-Lapp-Halle) am Stand 6F36 des Kraichgau Stromberg Tourismus (KST) präsentieren. Die Stadt wird in diesem Jahr repräsentiert durch die Weinbaubetriebe Keller aus Hohenhaslach und Vollmer aus Spielberg. bz/uro

Remstalkarte geht weg wie warme Semmeln

Zeitungsverlag Waiblingen, Uwe Roth, 14.01.2019

Waiblingen/Stuttgart. Zeiten wiederholen sich: Früher kamen Großstädter aufs Land, um dort tief durchatmen zu können. Heute sollen sie sich in den Höhen des Rems-Murr-Kreises vom Feinstaub erholen. So sieht es Landrat Richard Sigel in seiner Funktion als Vorsitzender der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald.

Es ist Halle 6, in der sich der Rems-Murr-Kreis der Öffentlichkeit präsentiert. Zusammen mit der Remstal-Gartenschau. Am Eröffnungstag der CMT sprach Landrat Richard Sigel über das Programm der nächsten Saison. Ist das Interesse der Besucher ein Indikator, wird wohl alles ein Erfolg.

Thorsten Englert beobachtet das Gedrängel am Messestand der Remstal-Gartenschau und strahlt. Besucher stehen mit ihrem Geldbeutel in der Hand Schlange. „Die Remstalkarte geht weg wie warme Semmeln“, freut sich der Geschäftsführer. Dabei schwingt Erleichterung mit. Zu den bereits über 40 000 verkauften Dauerkarten dürften bis kommenden Sonntag, wenn die Urlaubsmesse endet, noch einige hinzukommen, hofft er. „Ich bin richtig, richtig happy.“ So klingt Zufriedenheit bei einem Verwaltungsmanager. Noch vier Wochen ist die Dauerkarte zum reduzierten Preis von 40 Euro zu bekommen.

Der Begriff „Gartenschau“ wirkt wie ein Magnet auf die Besucher

Die CMT in der Landesmesse am Stuttgarter Flughafen ist für den Gartenschaugeschäftsführer eine gute Plattform, das interkommunale Projekt wenige Wochen vor seiner Eröffnung am 10. Mai außerhalb der drei beteiligten Landkreise einem großen Publikum besser bekannt zu machen. Dabei scheint allein der Begriff „Gartenschau“ die Messebesucher wie ein Magnet anzuziehen. Der Stand besteht im Wesentlichen aus einem großen, hinterleuchteten Display. Außer dem Namen steht dort nicht viel zu lesen. „Gartenschau“ gilt im Land wohl als Marke, die für ein gutes Ausflugserlebnis steht. Die vorangegangenen Landesgartenschauen in Lahr (Ortenaukreis) und Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) haben Maßstäbe gesetzt. An diese sollten sich die Remstalkommunen halten, damit die Gartenschau erfolgreich wird. Spätestens seit Samstag wissen die Organisatoren, dass das Interesse landesweit geweckt ist.

Auch ohne öffentlichen Erfolgsdruck hat sich die Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald hohe Ziele gesteckt. Sie möchte nach den Worten des Landrats Richard Sigel „das erfolgreichste Ausflugs-ziel“ in der Region werden. Allein Champagnerluft, wie er die hohe Luftqualität umschreibt, reicht dafür nicht aus, um abgas- und lärmgeplagte Städter in den Naturpark zu locken. Im Wettbewerb um die beliebtesten Ziele der Naherholung müssen die Tourismusverantwortlichen mit attraktiven Veranstaltungen punkten. Die Fremdenverkehrsgemeinschaft hat ihren Messestand im Verbund mit den Ständen anderer Kommunen in der Region Stuttgart. Und überall herrscht übers Jahr eine hohe bis sehr hohe Veranstaltungsdichte. Dazu kommen 2019 die Events der Remstal-Gartenschau. Die aber weckt zugleich Hoffnung, deren Besucher in den Schwäbischen Wald zu locken, wenn sie schon mal im Remstal sind.

Blühendes Band zwischen den Gartenschauen

Die Gemeinde Rudersberg wird am Sonntag, 19. Mai, die „Bienen- und Wimmelweide“ an der Ölmühle im Ortsteil Michelau eröffnen. Bürgermeister Raimon Ahrens betrachtet das Grünprojekt als ein „blühendes Band“ zwischen der Bundesgartenschau in Heilbronn und der Remstal-Gartenschau. Ein weiterer Event ist am Samstag, 3. August, die „Nacht der Backhäuser“. Mehrere solcher traditionellen Gemeinschaftseinrichtungen auf dem Gemeindegebiet werden in dieser Nacht von Dorfgemeinschaften oder Vereinen betrieben. Pendelbusse bringen die Besucher von Backhaus zu Backhaus. Ahrens präsentiert auf der CMT eine neue Idee, lokale Lebensmittel zu vermarkten. Die stecken in der „Rudersberger Vespertüte“, die von Frühjahr an im Rathaus gekauft werden kann.

Die Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald wird die Wandersaison am Mittwoch, 1. Mai, mit einem großen Kinder-Natur-Erlebnisfest in Kornberg Oberrot starten. Angeboten werden kurze Wander-Erlebnistouren und naturpädagogische Stationen der Naturparkführer. Stichworte sind: Tierweitsprung, Waldwichtelkegeln, Schnitzen, Sägen und Basteln mit Naturmaterialien. An diesem Tag stellt die Tourismusorganisation die dritte Karte „Kinder-Freizeittipps im Schwäbischen Wald“ mit den Orten Gschwend, Kaisersbach und Oberrot vor. Ein weiteres Highlight ist die Inthronisation der inzwischen siebten Schwäbischen Waldfee.

Kombination von Waldbahnfahrten mit Veranstaltungen

Die Stadt Welzheim ist neben ihren eigenen Veranstaltungen und Attraktionen fokussiert auf die Schwäbische Waldbahn. „Die Fahrgastzahlen haben sich auf einem stabilen Niveau eingependelt“, so Bürgermeister Thomas Bernlöhr auf der CMT. 2018 sind es nach seinen Angaben wie im Jahr davor 22 000 Fahrgäste gewesen. Der Fahrplan für die im April startende Saison steht. Aus dem geht hervor, dass die Zahl der Fahrtage von 34 auf 44 erhöht wurde. Immer öfter werden Zugfahrten mit Veranstaltungen kombiniert: So gibt es zwei Schlemmerfahrten und zwei Theateraufführungen im Zug. „Allerhöchste Eisenbahn“ heißt das Stück. Darsteller sind Gesa Weik als „Elli Schieber“ und Thomas Weber als „Schaffner Schnauffer“. Was sonst noch alles angeboten wird, ist dem umfangreichen Broschürenmaterial der Fremdenverkehrsgemeinschaft zu entnehmen. Trotz Internet und Apps – die Nachfrage nach Printprospekten sei nach wie vor sehr hoch, sagt Geschäftsführerin Barbara Schunter.

CMT 2017: Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald. Landrat Richard Sigel (re). Foto: Uwe Roth

Region Stuttgart auf der CMT: Ein Landstrich der Vielfalt

SWP Uwe Roth 18.012017

Die Region Stuttgart liegt knapp hinterm Bodensee – zumindest nach dem Lageplan der Halle 6 der Landesmesse am Flughafen. Die Marketing- und Tourismus GmbH der Region Stuttgart hat dort zwischen dem schwäbischen Meer, Schwarzwald und Hohenlohe eine großzügige Fläche für Stuttgart und die fünf Landkreises darum herum angemietet. Auf  630 Quadratmetern präsentieren sich rund 40 Städte, Touristikgemeinschaften und Unternehmen.

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CMT 2017: Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald. Landrat Richard Sigel (re). Foto: Uwe Roth

Rems-Murr-Kreis auf der CMT in Stuttgart

ZVW Uwe Roth 16.01.2017

Waiblingen/Stuttgart. Dem harten Wettbewerb um Tagestouristen aus der Region stellen sich die Kommunen im Remstal und Schwäbischen Wald mit neuen Angeboten, die jedes Bedürfnis nach Erholung, Sport, Spaß oder Kulinarik erfüllen sollen. Bereits kurz nach der Eröffnung der Tourismusmesse CMT in Stuttgart am Samstag war an den Ständen einiges los.

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