Stadtjubiläum 300 Jahre Ludwigsburg wird groß gefeiert

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Bietigheimer Zeitung Uwe Roth  05.07.2017

„Stadt werden“ ist das Leitmotiv der 300-Jahr-Feierlichkeiten der ehemaligen Residenzstadt, die 2018 eine Menge Veranstaltungen beinhalten. Von Uwe Roth


Die Barockstadt ist 1704 gegründet worden. Herzog Eberhard Ludwigsburg verlieh ihr 14 Jahre später, am 3. September 1718, das Stadtrecht. Dieses Ereignis wird Ludwigsburg 2018 vom Frühjahr bis zum Herbst gebührend feiern. Der Gemeinderat hat dafür im vergangenen November eine halbe Millionen Euro bereitgestellt. Ein dreiköpfiges Projektteam entwickelt seit April Ideen, die am Dienstag im Rathaus vorgestellt wurden und nach der Vorstellung von Oberbürgermeister Werner Spec die Brücke schlagen zwischen den Anfängen der Stadt vor 300 Jahren und ihrer aktuellen Herausforderung.

Für den OB sind das aus seiner Sicht naheliegend die Stadtentwicklung, -gestaltung und die Nachhaltigkeit – ein Schwerpunkt seiner Politik. „Herzog Eberhard Ludwig verfolgte mit starkem Planungswillen die Vision einer modernen Stadt“, ist er überzeugt. Das Stadtrecht habe Ludwigsburg nicht nur das Betreiben eines ständigen Wochenmarkts sowie zweier, jährlicher Warenmessen ermöglicht, sondern auch „das Tor zu einer erstarkenden Wirtschaft“ geöffnet. Parallel zur Stadterhebung hatte damals der Herzog seinen Hof von Stuttgart nach Ludwigsburg verlegt.

Stadtjubiläum: Endgültiges Programmheft steht im Herbst

Das Leitmotiv „Stadt werden“ nehme gemeinsam mit den weiteren Themenbereichen „Stadt leben“ und „Stadt gestalten“ den, wie er sagt, permanenten und nie endenden Entwicklungsprozess einer Stadt in den Fokus. Und das solle sich im Jubiläumsprogramm widerspiegeln. Spec beschreibt die einzelnen Inhalte als „noch nicht festgezurrt“. Endgültig präsentiert werde das Programmheft im Herbst.

Fest steht, das städtische Museum macht im Programmablauf des Jubiläums den Auftakt mit einer großen Ausstellung unter dem Titel „hin und weg. Wohn- und Lebensräume in Ludwigsburg“. Am 11. März wird sie eröffnet. Die Stadtgründungsfeier folgt am 4. Mai. Es soll laut Wiebke Richert, die als Leiterin des Fachbereichs Kunst und Kultur für das Programm verantwortlich ist, „eine große Bürgerfeier“ werden. „38 Hauptprojekte wird es insgesamt geben“, sagt sie. Die Zahl der Einzelveranstaltungen sei jedoch weit größer. Dafür hat sie Projektpartner ins Boot geholt – unter anderem die Akademie für Darstellende Kunst, die Filmakademie, aber auch Schulen und Wirtschaftsunternehmen.

Stadtjubiläum: Venezianische Messe und Pferdemarkt eingebunden

Alle Programmpunkte zusammen sollen „kein Feuerwerk von Einzelaktionen“ werden, versichert Spec. Auch der Nachhaltigkeit wegen, betont er. Schon ohne Jubiläum hat die Stadt zahlreiche Veranstaltungen. Um eine Übersättigung zu vermeiden, beschäftigen sich gewohnte Formate wie die Dialogreihe Stadtlabore und Stadtspaziergänge ebenfalls mit den Themen des Stadtjubiläums. Die Venezianische Messe und der Pferdemarkt, die 2018 ihr 250-jähriges Bestehen feiern, werden gleichfalls zum Bestandteil des Programms. Weitere Highlights werden das Musikprojekt „Die Jahreszeiten“ (siehe nebenstehenden Artikel) sein sowie ein Open-Air-Konzert für jüngere Leute im Ludwig-Jahn-Stadion. Dort wird zu einem anderen Zeitpunkt der Stadtpokal stattfinden, bei dem Ludwigsburger Fußballmannschaften gegenseitig antreten.

Stolz ist Fachbereichsleiterin Richert, dass es gelungen sei, die Literaturtage Baden-Württemberg, die einen jährlich wechselnden Austragungsort haben, im Oktober zum Teil des Stadtjubiläums zu machen. Dafür hat die Stadt weitere 50 000 Euro bereitgestellt. Ludwigsburg wird zu diesem einen Stadtschreiber engagieren, der im Herbst von einem Kuratorium gewählt und sich im Frühjahr einige Wochen in der Stadt umschauen wird. Das Ergebnis der Beobachtungen wird er oder sie während der Literaturtage vorstellen. Die Form des Mediums, Papier, Film oder Internetblog, ist dabei frei wählbar, so Wiebke Richert.