Vorbild für Ludwigsburg: Schnellbusse in Straßburg: Foto: Stadt Ludwigsburg

Stadtbahn Ludwigsburg: Es wird weiter verhandelt

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Bietigheimer Zeitung Uwe Roth 05.05.2017

Ludwigsburg. Einstimmig hat der Ludwigsburger Gemeinderat am Mittwoch einen jahrelangen Stillstand in der Entwicklung des städtischen Nahverkehrs beendet. Oberbürgermeister Werner Spec wertete dies zufrieden als „ein starkes Signal in die Region“.

Die Verwaltung ist nun beauftragt, mit der DB Netz AG, den beteiligten Kommunen sowie dem Verband Region Stuttgart die Reaktivierung der Bahnverbindung Markgröningen-Ludwigsburg voranzutreiben. Eine mögliche Weiterführung nach Kornwestheim gehört ebenfalls zum Auftrag.

Gleichzeitig ist die Stadt in der Pflicht, beim Land einen Antrag zur Teilfinanzierung von Schnellbus-Trassen zu stellen. Die Überlegung geht von einer ersten Verbindung zwischen dem Ludwigsburger Bahnhof und der Stadt Remseck aus. Der dritte Punkt des als Doppelstrategie benannten Beschlusses betrifft den Gleisbau und die Anschaffung einer Niederflurstadtbahn. Dafür hat allerdings die Landkreisverwaltung die Projektverantwortung. Der Gemeinderat hat die Stadt aufgefordert, den Landkreis beim Stellen von Förderanträgen sowie bei den Planungen zu unterstützen. Landrat Rainer Haas hat bislang die Hochflurtechnik favorisiert, aber sein Einverständnis für Niederflur signalisiert. Darüber muss nun der Kreistag beraten.

Nicht an einem Strang

Bei den Schlussplädoyers vor der Abstimmung ist deutlich geworden, dass die Fraktionen bei der Umsetzung ihrer einmütigen Entscheidung weiterhin nicht an einem Strang ziehen und an dem von ihnen bevorzugten Verkehrssystem festhalten werden. Die CDU zeigte sich nah bei der Verwaltung, betonte aber, der Individualverkehr dürfe bei allem ÖPNV nicht unter die Räder kommen. Autos dürften nicht aus der Innenstadt verdrängt werden. Klaus Herrmann kündigte an, eine Vermeidungsstrategie vorzulegen. Er verwies zudem darauf, dass bei der Einführung eines Schnellbussystems im Gegenzug der örtliche Busunternehmer, die Firma Jäger, die halbe Busflotte stilllegen müsste, um mit dem Finanzierungsantrag förderfähig zu bleiben.

Die Grünen sorgten sich, ob es die Verwaltung mit der Gleichberechtigung zwischen Schnellbussen und Stadtbahn tatsächlich ernst meine, da sich der OB bisher vehement gegen Schienen in der Innenstadt gewehrt habe. Die SPD machte deutlich, dass sie von den Schnellbussen (BRT) nichts hält. Straßburg habe für die Netzerweiterung über den Rhein die Niederflurtechnik gewählt – und nicht das BRT-System. „Warum wohl?“, fragte Margit Liepins. Die über zehn Jahre dauernde Diskussion sollte endlich ein Ende haben. ⇥Uwe Roth