Staatsarchiv: Aus der Innenstadt an den Bahnhof

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Bietigheimer Zeitung Uwe Roth 26.05.2017

Gegen den Widerstand des Landes arbeitet die Stadt an Plänen zur Verlagerung des Staatsarchivs.

Ludwigsburg. Die Anmerkungen des Oberbürgermeisters Werner Spec zum ersten Tagesordnungspunkt der Gemeinderatssitzung am Mittwoch hat entfernt an seine Worte zum Stadtbahnkompromiss erinnert: Bei den weiteren Planungen für die Innenstadtentwicklung, die das Staatsarchiv am Arsenalplatz betreffen, werde die Verwaltung „zweigleisig vorgehen“, kündigte er an. Zweigleisig bedeutet, für das dem Land gehörende Staatsarchiv wird ein neues Zweckgebäude am südlichen Rand des Bahnhofs entworfen. Gleichzeitig werden Möglichkeiten untersucht, wie das Archiv nach den Wünschen der Landesregierung seine Kapazitäten am jetzigen Standort erweitern kann. Dort fehlen 500 Quadratmeter.

OB mit Doppelstrategie

Die Doppelstrategie leitet der Rathauschef als Ergebnis aus einem Gespräch mit den beiden Amtschefs des Wissenschafts- und Finanzministeriums ab. Gisela Splett und Ulrich Steinbach (beide Grüne) haben die Zuständigkeit für das Staatsarchiv und der Ludwigsburger Delegation erneut deutlich gemacht, dass das Land „keinen Handlungsbedarf“ für eine Standortverlagerung sieht. Die Räumlichkeiten am Arsenalplatz seien erst modernisiert worden und könnten wegen des zusätzlichen Platzbedarfs unterirdisch erweitert werden. Andererseits, so berichtete es der OB den Gemeinderäten, hätten die Regierungsvertreter „Verständnis für die Stadt gezeigt“, das wertvolle Innenstadtareal besser für den Handel und die Gastronomie nutzen zu wollen.

Neubau frisst weniger Betriebskosten

Bei den Planungen wolle das Land nicht stören, so der Tenor. Es gibt es aber keine Zusage, gegebenenfalls einen Umzug des Staatsarchivs aus der ehemaligen, im 18. Jahrhundert gebauten Arsenalkaserne an den Rand der Innenstadt in Betracht zu ziehen, sollte die Stadt dafür überzeugende Lösungen anbieten.

Die Stadtverwaltung hat bereits externe Gutachter beauftragt, Argumente zu sammeln, die der Landesregierung einen neuen Standort schmackhaft machen sollen. Ein Mitarbeiter des Projektentwicklers Ernst & Young teilte dem Gemeinderat mit, das Areal Kepler Dreieck Kepler-, Franck- und Bahnhofstraße sei „ein sehr gutes Grundstück“, bestens für diesen Zweck geeignet. Ein Neubau, so die weiteren Argumente, verringere die Betriebskosten um bis zu 30 Prozent. Erweiterungsmöglichkeiten seien im Gegensatz zur Innenstadt weiter gegeben. Außerdem würden die Dokumente in zunehmendem Umfang digital zur Verfügung gestellt. So könnten die Terminals in der Arsenalkaserne verbleiben, während die Akten in einem neuen Gebäude eingelagert werden. ⇥Uwe Roth

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Ruwe_Admin

Ich heiße Uwe Roth und bin seit 35 Jahren Journalist. Ich schreibe für Zeitungen und Magazine. Ich bin Autor, Reporter, Redakteur/Blattmacher. Außerdem bin ich Spezialist für barrierefreie Kommunikation. Ich texte in Einfacher Sprache und trainiere Menschen in der verständlichen Kommunikation.