CMT 2017: Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald. Landrat Richard Sigel (re). Foto: Uwe Roth

Region Stuttgart auf der CMT: Ein Landstrich der Vielfalt

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SWP Uwe Roth 18.012017

Die Region Stuttgart liegt knapp hinterm Bodensee – zumindest nach dem Lageplan der Halle 6 der Landesmesse am Flughafen. Die Marketing- und Tourismus GmbH der Region Stuttgart hat dort zwischen dem schwäbischen Meer, Schwarzwald und Hohenlohe eine großzügige Fläche für Stuttgart und die fünf Landkreises darum herum angemietet. Auf  630 Quadratmetern präsentieren sich rund 40 Städte, Touristikgemeinschaften und Unternehmen.

Auf der noch bis Sonntag dauernden Touristikmesse ist die Halle 6 den Baden-Württembergern vorbehalten. Im Gegensatz zu den klassischen Ferienzielen des Landes verkaufen sich die Aussteller aus dem Stuttgarter Raum nicht als Urlaubsland oder Urlaubserwartungsland. Obwohl sich ein mehrtägiger Aufenthalt durchaus lohnt – vorausgesetzt, der Urlauber liebt die Abwechslung und ist mobil. Dann kann er in schöner Natur und durch Weinberge wandern, Schlösser besichtigen, Musicals, Museen oder Wellnessbäder besuchen und an Stadtführungen teilnehmen.

Besucher treffen auch auf Aussteller, die sie auf den ersten Blick weniger mit Tourismus in Verbindung bringen. Zur Stadt Sindelfingen fallen einem Daimler und Breuningerland ein, weniger Sehenswürdigkeiten. Werner Heinz ist am Messestand ein eifriger Werber für die Stadt – insbesondere für die Altstadt. „Die historische Seite Sindelfingens ist viel zu wenig bekannt“, sagt der Stadtführer. Die Stadt habe zahlreiche vom Verfall bedrohte Fachwerkhäuser gekauft und aufwendig restaurieren lassen.

Die Städte der Region lassen sich einiges einfallen, um Reisende wenigstens für einige Stunden auf ihre Gemarkung zu locken. Nürtingen (Landkreis Esslingen) wirbt mit einer Zeitreise-App, mit der sich die 1000 Jahre alte Stadtgeschichte erleben lässt. Kirchheim/Teck (ebenfalls Landkreis Esslingen) setzt auf sein „italienisches Flair“ im Ortskern und darauf, dass sich Reisende von der nahen Autobahn für eine längere Rast locken lassen.

Für die meisten Kommunen in der Region ist Tourismus ein Randgeschäft. Nicht so für die Gemeinden im Gebiet des Schwäbischen Walds. Für den Vorsitzenden der dortigen Fremdenverkehrsgemeinschaft, Landrat Richard Sigel, hat der Schwäbische Wald das Zeug, touristisch mit der Schwäbischen Alb zu konkurrieren. „Wenn ich sehe, wie viele am Wochenende aus der Region Stuttgart auf die Alb fahren, denke ich, die könnten auch zu uns in den Schwäbischen Wald kommen“, überlegt der Landrat, der in Münsingen geboren und damit selbst ein Älbler ist. Der Schwäbische Wald habe gegenüber seiner Heimat sogar den großen Vorteil, dass es zahlreiche Seen gibt.

Die Alb ist karg und wasserarm. Wald gegen Alb – damit haben die Tourismuswerber ein klares Ziel vor Augen. Kernangebot ist „Wandern im größten Waldgebiet der Region“. Die Angebote rund um den Limes und die Mühlen sind variantenreicher geworden. Hinzugekommen sind unter anderem Distanzwanderungen von bis zu 75 Kilometern.

Doppeldecker auf Tour

Der Radtourismus gewinnt an Bedeutung und wird in der Region zunehmend zur Gemeinschaftsaufgabe. Da immer mehr Radler mit einem Elektromotor unterwegs sind, schaffen sie locker Distanzen über Kreisgrenzen hinweg. Um touristisch vom Radlerboom zu profitieren, werden Radwege gemeinsam geplant. Die „E-Bike-Region-Stuttgart“, an der die Landkreise Esslingen, Ludwigsburg, Böblingen, Göppingen und Rems-Murr beteiligt sind, hat auf der CMT einen eigenen Stand.

Der Landeshauptstadt würde man Werbung fürs touristische Radfahren nicht abkaufen. Sie lockt stattdessen mit ihren Automobil- und vielen weiteren Museen sowie mit Sightseeing-Touren in den roten Doppeldeckern. Von denen sind in der Saison inzwischen täglich vier im Einsatz, wie Andrea Gerlach von Stuttgart Marketing erläutert. In den vergangenen zwei Jahren nutzten rund 150 000 Touristen das Angebot zum schnellen Kennenlernen der Stadt. Im Frühjahr kommt eine zweite Tour hinzu: Sie führt zum Fernsehturm. Uwe Roth