Plätze für Kurzzeitpflege stark nachgefragt

Print Friendly, PDF & Email

Bietigheimer Zeitung Uwe Roth 28.07.2017

Kreis Ludwigsburg Kurzzeitpflegeplätze sind vor allen in Urlaubszeiten stark nachgefragt. Anbieter im Landkreis empfehlen eine rechtzeitige Anmeldung. 

Die Evangelische Heimstiftung hat im Robert-Breuning-Stift in Besigheim zwei geförderte Kurzzeitpflegeplätze. Die jedoch sind „ganzjährig gut gebucht“, wie Pressesprecherin Alexandra Simtion bestätigt. Sie sagt: „Wir bemühen uns, Kurzzeitpflegeplätze kurzfristig zu ermöglichen, wobei es immer eine Frage der Verfügbarkeit ist.“ Gerade im Sommer und über Weihnachten und Silvester seien diese besonders stark angefragt, weil pflegende Angehörige in Urlaub gingen. Aus Erfahrung klug geworden, buchen nach ihrer Beobachtung viele Angehörige „die ihnen zustehenden acht Wochen Kurzzeitpflege bereits zum Jahresbeginn für das gesamte Jahr.“

Diese Erfahrung wird von der Alloheim-Seniorenresidenz Anna Maria in Ludwigsburg bestätigt. Das Wohnheim hat insgesamt 128 Pläne, zehn davon sind für die Kurzzeitpflege reserviert. In der Regel seien sie belegt, sagt Leiterin Sandra Wolf. Wer sich rechtzeitig um einen Platz bemühe, habe wahrscheinlich Glück, einen zu ergattern. Für die geförderte Kurzzeitpflege ist bei Vorliegen eines Pflegegrads die maximale Aufenthaltsdauer auf 56 Tagen im Jahr für Kurzzeit- und Verhinderungspflege vorgegeben.

Pflegeplatz am Urlaubsort der Angehörigen

Die Alloheim-Gruppe, die bundesweit Einrichtungen betreibt, bietet bei fehlenden Plätzen am Wohnort an, „problemlos die zu versorgende Person in einer entfernter liegenden Einrichtung aufzunehmen.“ Dies könne auch in der Nähe des Urlaubsortes der Angehörigen sein, sofern man in Deutschland bleibe. Das Unternehmen hat dazu eine zentrale Datenbank angelegt, in der die Adressen der freien Plätze hinterlegt sind, und einheitliche Telefonnummer für Interessenten eingerichtet.

Manchmal stellt sich bei der Kurzzeitpflege heraus, dass eine Langzeitpflege auf Dauer die bessere Lösung ist. Für die Evangelische Heimstiftung sagt Simtion: „Wir bemühen uns, diesem Bedarf nachzukommen.“ Im Robert-Breuning-Stift gebe es neben den geförderten Kurzzeitpflegeplätzen weitere zehn so genannte eingestreute Kurzzeitpflegeplätze. Sie beschreibt das so: Wenn ein Kurzzeitpflegeplatz anfragt wird und alle geförderten Plätze belegt sind, kann einer der zehn eingestreuten Plätze belegt werden. „In diesem Fall ist der Übergang in die Dauerpflege leichter möglich, weil das Zimmer nicht nach 56 Tagen freigegeben werden muss.“

Bedarf Kurzzeitpflege steigt allgemein

Der Bedarf an Kurzzeitpflegeplätzen steigt in allen Einrichtungen, sagen die befragten Träger. Nach der neu eingeführten Krankenhausverhinderungspflege haben Menschen einen Anspruch, wenn sie zum Beispiel nach einem Unfall eine Zeitlang fachkundige Pflege brauchen, die nicht von Angehörigen geleistet werden kann. Diese wird nicht mehr im Krankenhaus geleistet, sondern die Menschen werden früher entlassen und brauchen dann aber vorübergehend einen Pflegeplatz.

Probleme bereiten nicht nur fehlender Platz, sondern insbesondere der Pflegekräftemangel, der auch dazu führt, dass es nicht genügend Kurzzeitpflegeplätze gibt, weil eben nicht genügend Personal vorhanden sei. „Für die Kurzzeitpflege gelten die gleichen Personalschlüssel wie für die Dauerpflege“, sagt Simtion. Die Kurzzeitpflegeplätze könnten nur belegt werden, wenn das notwendige Personal vorhanden sei.

Siehe auch:

http://journalistroth.eu/pflegekraeftemangel-jammern-ist-nicht-hilfreich/

http://journalistroth.eu/hausnotruf-rund-um-die-uhr-ein-system-der-hilfe/

http://journalistroth.eu/was-beim-hausnotruf-zu-beachten-ist/