Parkgebühren: Bus und Bahn oft billiger

SWP Uwe Roth 27.09.2016

Spontan ist teuer. Wer in Innenstädten oder am Flughafen günstig parken will, muss planen. Oft ist ein ÖPNV-Ticket die bessere Lösung.

Wenn Immobilienpreise und die Fahrzeugdichte hoch sind, warum sollen Parkplatzgebühren in einer solchen Konstellation günstig sein? Hohe Parkgebühren sind für Autofahrer ein Ärgernis – wenn auch eines, das hingenommen wird. Denn in den Innenstädten sind die Parkhäuser in der Regel gut belegt, egal was ihre Nutzung kostet.

In Stuttgarts City zahlt der Autofahrer mit wenigen Ausnahmen mindesten zwei Euro für eine Stunde im Parkhaus. Auf einen Monat hochgerechnet, wäre das für eine Normparkfläche mit etwa zwölf Quadratmetern ein Mietpreis von 1440 Euro. Umgerechnet entspricht dies einem Quadratmeterpreis von 120 Euro. Im Vergleich zu mancher Ladenmiete auf den Einkaufsmeilen der Stadt ist dieser Betrag tatsächlich noch günstig.

1440 Euro sind selbstverständlich ein theoretischer Wert. Dauerparker kommen günstiger weg. Außerdem gibt es Tageshöchstsätze, die meistens bei zwölf Euro liegen. Wer abends und nachts ein Parkhaus nutzt, zahlt eine Pauschale, die im Schnitt bei günstigen drei bis fünf Euro liegt.

Aber jedes Parkhaus hat andere Konditionen und Öffnungszeiten. Wer eine besonders günstige Lösung sucht, kann das Internet befragen. Eine gute Übersicht bietet die Seite www.parkopedia.de. Über eine Suchfunktion wählt man die Stadt, auf einem Stadtplan sind die Parkmöglichkeiten mit der Gebühr für zwei Stunden eingezeichnet.

Farben erleichtern die Preisorientierung: Grün bedeutet günstig (bis sechs Euro), Orange mittel (bis zwölf) und Rot richtig teuer (bis 18 Euro für zwei Stunden). Ein Blick auf die Stuttgart-Karte zeigt, dass die Tarife mit wenigen Ausnahmen im grünen Bereich liegen. Laut den Angaben des Portalbetreibers ist das Tarifniveau in allen größeren Städten der Region ähnlich. In kleineren kann man oftmals noch kostenlos oder mit Parkscheibe sein Auto abstellen.

Das Portal bietet jedoch keine Übersicht über die aktuelle Zahl verfügbarer Parkplätze. Die Stadt Stuttgart hat mit einer entsprechenden Internetseite, die es auch als App für das Smartphone gibt, Abhilfe geschaffen. Auf der Internetseite www.verkehrslage.stuttgart.de sind nicht nur die Staus in der Innenstadt verzeichnet, sondern auch die meisten Parkhäuser. Die belegten sind rot markiert. Was auf diesem Portal fehlt, sind die Parkgebühren. Wer es darauf anlegt, unbedingt kostenfrei zu parken, kann auf die Seite www.gratisparken.de gehen. Er wird jedoch feststellen, dass in der gesamten Region in den Städten dafür nur wenige Möglichkeiten bestehen – von großen Einkaufszentren am Stadtrand abgesehen.

Wer mit dem Auto aus der Region in die Innenstadt von Stuttgart fährt, bleibt meistens länger als zwei Stunden in der Stadt. Am Ende liegt die Gebühr, die am Automaten zu entrichten ist, im zweistelligen Bereich. Addiert man das Geld für den Sprit und die Zeit hinterm Lenkrad hinzu, ist ein VVS-Ticket im Vergleich dazu nicht teurer, oft auch günstiger. Aber Geld scheint für viele Autofahrer nicht der ausschlaggebende Grund für die Art der Fortbewegung zu sein.

Das zeigt sich auch in den Parkhäusern am Flughafen. Carsten Bamberger vom ADAC Württemberg wundert sich selbst immer wieder über die hohe Fahrzeugdichte auf dem Flughafengelände. Er empfiehlt, die Anreise mit dem eigenen Pkw möglichst zu vermeiden und auf alternative Anfahrtmöglichkeiten auszuweichen. Neben S-Bahn, Flughafenbus oder Taxi hält er sogar Carsharing für Vielflieger eine Option. An der S-Bahn-Station vor dem Flughafen hat Stadtmobil eine Parkfläche.

Ansonsten hilft auch hier das Internet bei der Planung. Beispiel: Eine Gruppe von vier Personen reist von Leonberg an, 28 Kilometer vom Flughafen entfernt: Über www.flughafen-shuttle-stuttgart.de kann man ein Shuttle buchen. Für Hin- und Rückfahrt zahlt man laut Buchungsportal 110 Euro, was allerdings relativ teuer ist. Zum Vergleich: Die Hin- und Rückfahrt kostet mit der S-Bahn 47,60 Euro.

„Im Nahbereich rund um die Flughäfen deutscher Metropolen ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln vergleichsweise günstig“, stellt der ACE fest. Der Stuttgarter Automobilclub hat eine Übersicht der Fahrt- und Parkkosten an den Flughäfen Deutschlands zusammengestellt. Wer mit dem Auto am Flughafen parkt, sollte mit den Planungen möglichst frühzeitig beginnen, empfiehlt der ACE. In den Ferienzeiten kann man in Stuttgart ab 34 Euro pro Woche parken. Für drei Wochen zahlt man 64 Euro.

Außerhalb der Urlaubszeiten liegt der Tagessatz zwischen 18 und 32, der Wochentarif zwischen 50 und 224 Euro. Je näher am Terminal, umso teurer. Die Liste des ACE zeigt, dass Stuttgart auf gleichem Niveau wie andere Großstadtflughäfen liegt, mit Ausnahme der Berlin-Flughäfen, die an der Spitze liegen.

Ausgaben Wenn die Parkkosten im Zusammenhang mit einer beruflichen Tätigkeit entstehen, können sie über die Werbungskosten in die Steuererklärung eingetragen werden. Hat man den Parkplatz aber beispielsweise direkt am Büro angemietet und stellt jeden Morgen den Pkw hier ab, sind die Kosten über die Entfernungspauschale abgegolten. Wer im Rahmen einer Dienstreise Parkgebühren auslegt, kann diese über die Steuererklärung geltend machen.uro

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