Neue Tablets für Berufsschüler in Ludwigsburg

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Bietigheimer Zeitung Uwe Roth 01.06.2017

Die Kaufmännische Berufsschule am Römerhügel wurde mit Tablets ausgestattet. Schüler präsentierten dem Landrat die Einsatzmöglichkeiten.

Landrat D. Rainer Haas hat am Mittwoch in der Robert-Franck-Schule in Ludwigsburg die Schulbank gedrückt – allerdings nur für knapp 20 Minuten. In dieser Zeit ließ er sich zeigen, dass man zum Beispiel auf einem Tablet mit einem Stift genauso gut schreiben kann wie auf einem Blatt Papier und dass man nicht unbedingt eine Tastatur benötigt, um einen Text zu schreiben.

Tablets sind besonders leichte und kompakte Notebooks mit einem berührungsempfindlichen Bildschirm. Seit diesem Schuljahr stehen die rund 1000 Euro teuren flachen Rechner auf den Schultischen vor jungen Frauen und Männern, die sich zu Kaufleuten für Büromanagement ausbilden lassen.

Landkreis investiert 30000 Euro

„Mit dieser Ausstattung gehört die Robert-Franck-Schule zu den ersten fünf Kaufmännischen Berufsschulen im Land“, betonte Schulleiter Wolfgang Ulshöfer gegenüber dem Landrat. Der Landkreis hat als Schulträger für die Erstausstattung 30 000 Euro ausgegeben.

Die Schule hat sich für das Tablet Microsoft Surface Pro 4 entschieden. Das habe zwar wesentlich mehr gekostet, als ursprünglich für das vom Kultusministerium ausgeschriebenem Pilotprojekt kalkuliert, aber die meisten anderen Schulen hätten ebenfalls dieses Betriebssystem gewählt, erläuterte Ulshöfer. Man wollte kompatibel werden. Auf den Tablets ist ein Office-Paket installiert – Programme zur Bürokommunikation, mit denen die Auszubildenden auch in ihren Betrieben zurechtkommen müssen.

Hausaufgaben können online abgegeben werden

Der Schulleiter versicherte, die Ausgabe sei gut kalkuliert: „Wir sind Kaufleute, und das war es uns wert.“ Die Digitalisierung sei „ein Prozess, der mit zunehmender Dynamik alle Lebensbereiche unserer Wirtschaft und Gesellschaft durchdringt.“ Daher sei es wichtig gewesen, gleich bei der ersten Ausschreibung des Landes dabei zu sein, um keine Zeit zu verlieren.

Die angehenden Büromanager lernen in der dreijährigen Ausbildung an der Schule nicht nur die Funktionen des Tablets und der Anwendungen, sogenannte Apps, kennen, sondern auch eine andere Form des Unterrichts, erläuterten die Lehrerinnen Manuela Stegmaier und Monika Schaumann dem Landrat. Über dem Mailprogramm Outlook und einer sogenannten Cloud sind Schüler und Lehrer miteinander verbunden. Die Lehrerinnen verschicken Dokumente zur Vorbereitung auf den Unterricht. Hausaufgaben können online abgegeben werden.

„Jeder kann sich individuell organisieren“

Gemeinsames Lernen bedeutet nicht länger, dass alle dafür unbedingt in einem Klassenzimmer sitzen müssen. Es kann von zuhause aus oder in einer ruhigen Ecke der Schule gearbeitet werden. „Jeder kann sich individuell organisieren“, sagen die Lehrerinnen. Dies gehöre zum Grundstock für ein lebenslanges Lernen.

Landrat Haas ließ erkennen, dass ein solches Tablet für ihn eine Herausforderung wäre. Er forderte die Schüler auf, „ganz ehrlich“ die Frage zu beantworten, ob es auch Nachteiliges über das neue Lehrmittel zu sagen gäbe. Größere Probleme bekam er allerdings nicht zu hören. Die Pädagogen bekannten, dass sich manchmal die Schüler mit der neuen Technik besser auskennen als sie selbst.

Anwendung in der Ausbildung

Ein Schüler zeigte dem Landrat, wie er das Tablet bereits in seinem Ausbildungsbetrieb verwendet. Er sprach von Tools, performed und einem Showroom. Kunden könnten Projekte übers Tablet direkt präsentiert werden. Mit dem Satz, „die Kunden sind begeistert. Ich bin begeistert“, beendete er seine Präsentation.

Haas sprach auch mahnende Worte. Dazu erhob er sich von der Schulbank und äußerte die „persönliche Bitte“, sich nicht nur mit den positiven Seiten des Internets zu beschäftigen, sondern auch mit den negativen. Sein Stichwort lautete Mobbing. Die Schüler müssten lernen „gewappnet zu sein, um mit den negativen Seiten umgehen zu können.“