1. Preisträger Turm Mailänder Platz mit Fassadenbegrünung Stuttgart RKW Architektur + Düsseldorf. Foto: Uwe Roth

Mailänder Platz Stuttgart: Hotelturm mit grüner Fassade

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SWP Uwe Roth 14.07.2017

Strabag Real Estate baut im Stuttgarter Europaviertel Herbergskomplex für 120 Millionen Euro.

Stuttgarts Baubürgermeister Peter Pätzold, Präsident der Architektenkammer Markus Müller und Uwe Jaggy, Bereichsleiter Strabag Real Estate. Foto: Uwe Roth
Stuttgarts Baubürgermeister Peter Pätzold, Präsident der Architektenkammer Markus Müller und Uwe Jaggy, Bereichsleiter Strabag Real Estate. Foto: Uwe Roth

Voraussichtlich Mitte 2018 wird in Stuttgart mit dem Bau eines 120 Millionen Euro teuren Hotelkomplexes im Europaviertel begonnen werden. Hervorstechendes architektonisches Merkmal soll eine Fassaden-Begrünung werden. Das hat der Investor Strabag Real Estate (SRE) am Donnerstag mitgeteilt. Gleichzeitig hat SRE-Bereichsleiter Uwe Jaggy zusammen mit dem Baubürgermeister Peter Pätzold (Grüne) die drei ersten Sieger des Architekturwettbewerbs für den „Turm am Mailänder Platz“ auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs bekanntgegeben.

Büro RKW Architektur + Düsseldorf siegt

Stuttgart Turm am Mailänder Platz. Erster Preisträger Architekturwettbewerb Büro RKW Architektur + Düsseldorf. Geschäftsführer Dieter Schmoll links). Foto: Uwe Roth
Stuttgart Turm am Mailänder Platz. Erster Preisträger Architekturwettbewerb Büro RKW Architektur + Düsseldorf. Geschäftsführer Dieter Schmoll links). Foto: Uwe Roth

Auf Platz eins kam das Büro, das planerisch schon für das 2014 eröffnete Einkaufszentrum Milaneo in der Nachbarschaft des künftigen Turms verantwortlich ist: RKW Architektur + in Düsseldorf. Die Jury, in der auch der Gemeinderat vertreten war, setzte auf Platz zwei das Wiener Büro mhm architects und das Berliner Büro Kleihues + Kleihues auf den dritten Platz. Markus Müller, Präsident der Architektenkammer Baden-Württemberg, lobte den privaten Bauträger, weil dieser sich mit seinem Vorhaben der Öffentlichkeit gestellt habe.

Die Vorgaben der Stadt haben laut Jaggy den Planern nicht allzu große Gestaltungsspielräume gelassen. Dennoch seien Arbeiten „auf sehr hohem Niveau und mit unterschiedlichen Ansätzen eingegangen“. Das Grundstück ist 1800 Quadratmetern groß. Der Bebauungsplan lässt eine Höhe von bis zu 60 Metern zu. Das Gebäude werden zwei Hotelbetreiber mit insgesamt 450 Zimmern und Appartements beziehen. Die Vorverträge sind nach Angaben von Jaggy unterschrieben.

Fassadennischen mit Reben

Entwurf Wettbewerbssieger Turm am Mailänder Platz Stuttgart, Büro RKW Architektur + Düsseldorf. Foto: Uwe Roth
Entwurf Wettbewerbssieger Turm am Mailänder Platz Stuttgart, Büro RKW Architektur + Düsseldorf. Foto: Uwe Roth

Der Hotelturm soll etwas Grün in das vegetationsarme Europaviertel bringen – so der Wunsch von Stadt und Rat. Die zweiten und dritten Preisträger schlagen statt einer Fassaden-Begrünung einen öffentlich zugänglichen Dachgarten vor. Die Planer bei RKW haben sich von den Stuttgarter Weinbergen inspirieren lassen. Die Fassade aus Bruchstein hat Nischen, in denen nach den Entwürfen sogar Reben wachsen könnten. „Das würde gut zu Stuttgart passen“, lobte Baubürgermeister Pätzold.

Von der Idee zeigte sich der Investor wenig begeistert. „Reben sind Tiefwurzler“, gab Jaggy zu bedenken. Das letzte Wort bei der Gestaltung sei noch nicht gesprochen, noch einige Hausaufgaben seien zu erledigen. Die am Ende bei der Stadt eingereichten Baupläne könnten eine Mischung aller Siegerarbeiten sein. „Egal aber, was herauskommt, es wird eine hohe Qualität haben“, versprach Jaggy.

Siehe auch:

http://journalistroth.eu/turm-mailaender-platz-strabag-irritiert-die-stadt-stuttgart/

http://journalistroth.eu/stararchitekt-helmut-jahn-in-backnang/