Ludwigsburg will Landesgartenschau 2026

Bietigheimer Zeitung Uwe Roth 27.10.2017

2026 möchte Ludwigsburg die Landesgartenschau austragen. Dafür soll die B27-Untertunnelung verlängert werden. Die Zustimmung des Gemeinderats steht noch aus. 

Oberbürgermeister Werner Spec und Baubürgermeister Michael Ilk haben am Donnerstag erste Pläne für eine Landesgartenschau in neun Jahren vorgestellt. Von allen Seiten wird ein großes Tempo vorgelegt: Im Juli hat das Ministerium für den ländlichen Raum und Verbraucherschutz das Auswahlverfahren für die Gartenschaujahre 2026 bis 2030 bekannt gemacht. Am 22. Dezember ist Einsendeschluss.

Folglich bleiben dem Gemeinderat keine zwei Monate, sich dazu eine Meinung zu bilden, und die Teilnahme am Auswahlverfahren zu beschließen. Spec schätzt die Zahl der beteiligungswilligen Städte auf etwa 40. „Das Bewerberfeld ist groß“, sagte er. Aus diesem Grund sei ein Alleinstellungsmerkmal notwendig, um überhaupt eine Chance zu haben. Ludwigsburg ist vor 20 Jahren bereits einmal mit einem Landesgartenschau-Antrag gescheitert. Diesmal soll es ein „klares Konzept“ sein mit dem Ziel, Schloss und barocke Innenstadt optisch zu vereinen.

Landesgartenschau: Freifläche muss mindestens zehn Hektar groß sein

Das Alleinstellungsmerkmal muss zugleich zu den Ausschreibungskriterien der Landesregierung passen. Zu den Anforderungen an den Flächenbedarf heißt es in den Unterlagen: „Für dauerhafte Grün- und Freiflächen muss ein geeignetes, möglichst zusammenhängendes Gelände vorhanden sein. Bei Landesgartenschauen sollte die Fläche mindestens 10 bis 15 Hektar umfassen.“ Innerstädtisches Grün ist in Ludwigsburg kaum vorhanden. Folglich muss welches geschaffen. Die Idee der Verwaltung ist, die B27-Untertunnelung auf dann insgesamt 800 Meter zu verlängern.

Die vielbefahrene Stuttgarter Straße wäre dann vom Forum am Schlosspark bis zur Charlottenstraße im Norden im Untergrund. Die Hälfte der 40000 Quadratmeter, die auf diese Weise zu gewinnen wären, würde nach ersten Plänen beauftragter Landschaftsplaner in Grün- und Parkanlagen umgestaltet. 400 Bäume könnten für eine Allee neu gepflanzt werden. Insgesamt verspricht sich die Stadtverwaltung, dass sich Schloss- und Stuttgarter Straße in diesem Bereich „zu einem städtischen Boulevard“ entwickeln.

Tunnelverlängerung „deutlich unter 100 Millionen Euro“

Zusätzlich benötigter Parkraum will sie an der Bärenwiese schaffen. Während die Freiwilligen Wähler in der jüngsten Gemeinderatssitzung ein zweistöckiges Parkhaus auf der dort bestehenden Parkfläche vorgeschlagen haben, will die Stadt in die Tiefe gehen, um weitere Grünflächen zu gewinnen. Eine Kostenschätzung kann der Oberbürgermeister bislang nicht machen. Für die Landesgartenschau gibt es vom Land maximal fünf Millionen Euro. Die Kosten für die Tunnelverlängerung schätzt Spec „bei deutlich 100 Millionen Euro“. Mit dem Kandidatenlabel „Landesgartenschau“ möchte die Stadt einen erleichterten Zugang zu weiteren Fördertöpfen. Der OB setzt dabei insbesondere auf das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), das einer Tunnelverlängerung bislang keine Priorität einräumt.

Nach der Stimmung im Gemeinderat gefragt, antwortete Baubürgermeister Ilk: „Die anfängliche Zurückhaltung ist einer gewissen Begeisterung gewichen.“ Die Landesregierung erwartet jedoch uneingeschränkte Begeisterung, weiß Ilk: „Wir müssen zeigen, dass wir es wirklich wollen.“

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