Kostenaufteilung bei Reaktivierung Bahnstrecke Ludwigsburg – Markgröningen ist ungesichert

Bietigheimer Zeitung Uwe Roth 06.02.2018

Die Planung zur Reaktivierung der Bahnstrecke Ludwigsburg- Markgröningen geht weiter – ohne festen Kostenplan.

Ludwigsburg. Der Bauausschuss des Ludwigsburger Gemeinderats hat 120 000 Euro Vorplanungskosten für die Reaktivierung der Bahnstrecke Markgröningen-Ludwigsburg bewilligt. Obwohl es nur eine Gegenstimme gab, ist in der Sitzung einige Kritik am Kosten- und Zeitplan laut geworden. Insbesondere die SPD beklagte, dass es mit den beteiligten Kommunen noch immer keine verbindliche Vereinbarung über die Aufteilung der Planungskosten gebe.

Zusammen mit der Prüfung möglicher Trassen für den Schnellbus (BRT) lägen diese bei bisher einer halben Million Euro, für die bislang allein die Stadt aufkommen müsse. Fraktionsvorsitzende Margit Liepins fragte, ob es passieren könne, dass die betroffenen Kommunen ein zweites Mal zur Kasse gebeten werden, wenn die Landkreisverwaltung eine Kostenbeteiligung für die Planung der Niederflurbahn einfordere. Die sollen sich nach dem jetzigen Stand auf etwa fünf Millionen Euro belaufen.

Verantwortung ist geteilt

Nach der vereinbarten Doppelstrategie ist die Stadt für das BRT- und Bahnprojekt verantwortlich, der Landkreis für die Niederflurbahn. Derzeit gehen beide Seiten davon aus, dass Ludwigsburg aus planungsrechtlichen Gründen seine Pläne um schätzungsweise zehn Jahre früher realisieren kann als der Landkreis. Die Niederflurbahn könnte später aber die Schnellbusse ersetzen und auch auf der reaktivierten Strecke bis Markgröningen fahren. Die Schnellbusse führen dort weiter, wo sie wirtschaftlicher sind.

Baubürgermeister Michael Ilk bestätigte, dass aus den Kommunen bisher keine verbindlichen Zusagen vorlägen und die Stadt die alleinige Kostenverantwortung trage. Er gehe aber davon aus, dass die Stadt am Ende die Hälfte zahle, Landkreis und Kommen sich den Rest teilten. Zwischenzeitlich sei eine interkommunale Lenkungsgruppe „Entwicklungsstrategie ÖPNV“ eingerichtet worden, berichtete er, die sich monatlich treffe. Mitglieder sind Vertreter aus der Stadt- und Kreisverwaltung Markgröningen, Möglingen, Kornwestheim und Remseck. In den „intensiven Gesprächen“ habe es „sehr positive Signale“ gegeben, die Bürgermeister Ilk als „grundsätzliche Bereitschaft, sich zu beteiligen“, wertet. Der parteilose Harald Lettrari bezweifelte das. Die Stadt Markgröningen sei so knapp bei Kasse, dass sie beispielsweise Probleme habe, ihr Schwimmbad am Laufen zu halten.

Die CDU wiederum mahnte, dass sich die Stadt an den versprochenen Zeitplan halte. Demnach müsste die Bahnstrecke Ludwigsburg-Markgröningen spätestens 2020 in Betrieb gehen. ⇥⇥Uwe Roth

Print Friendly, PDF & Email