Kliniken Ludwigsburg erfüllen 2016 Vorgaben

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Bietigheimer Zeitung Uwe Roth 22.07.2017

Kliniken gGmbH Die Kreiskrankenhäuser haben im Jahr 2016 mit einem leichten Plus abgeschlossen. Sorge bereitet der Geschäftsleitung hingegen der Personalmangel.

Das leichte Plus der Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim gGmbH ist ein Betrag über 760 000 Euro. Für den Geschäftsführer Jörg Martin fällt dieses Ergebnis, das er am Freitag präsentierte, in den Bereich einer schwarzen Null. Somit wäre die politische Zielvorgabe des Kreistags erfüllt.

Doch die positive Bilanz ist einer unerwarteten Steuerrückzahlung zu verdanken. Hätte das Klinikum Ludwigsburg nicht so gut gewirtschaftet, stünde unter dem Strich aber ein dickes Minus. Dem „stark positiven Betriebsergebnis“ (Martin) von rund 4,4 Millionen Euro in Ludwigsburg stehen Defizite von etwa 3,6 Millionen Euro gegenüber, die in den Krankenhäusern Bietigheim, Marbach, Vaihingen sowie in der Rehaklinik entstanden sind.

Ohne Sondereffekte Niveau auf schwarzer Null halten

Der Klinikchef sieht nun seine Aufgabe darin, auch ohne Sondereffekte das Niveau der schwarzen Null zu halten. Dafür müssen insbesondere die Betriebsergebnisse der Krankenhäuser Bietigheim und Marbach besser werden, die mit jeweils rund 1,5 Millionen Euro im Minus lagen. Alles in allem zeigte sich Professor Martin „insgesamt zufrieden“. Die Kliniken mit ihren insgesamt 7675 Beschäftigten seien „auf einem wirklich ordentlichen Weg“.

Das Gesamtunternehmen, die Regionale Kliniken Holding GmbH, zum dem auch Kliniken im Landkreis Karlsruhe und Enzkreis gehören, schloss mit einem Minus in Höhe von rund 600 000 Euro ab. Dies sei im Wesentlichen einer Umsatzsteuernachzahlung geschuldet, sagt der kaufmännische Direktor Axel Hechenberger. Das Minus sei über Rückstellungen ausgeglichen worden.

Neues Konzept für Krankenhaus Bietigheim

Für das Krankenhaus Bietigheim gab die Klinikleitung eine gute Prognose ab. Die Entscheidung, es für die Altersmedizin auszubauen, sei eine gute gewesen, ist Martin überzeugt. Insgesamt werde der Standort reorganisiert. So werden die beiden Notfallaufnahmen unter einem Dach zusammengeführt. Die Tagesklinik wurde auf 17 Plätze erweitert, 20 sind im Krankenhausbedarfsplan vorgesehen. Das neue Frauen-Kind-Zentrum in Ludwigsburg habe zu keinem Rückgang der Geburtenzahl im Krankenhaus Bietigheim geführt.

Große Sorgen bereitet der Geschäftsführung hingegen der zunehmende Personalmangel. Um kurzfristig Lücken zu schließen, wird Leihpersonal engagiert, darunter auch Notärzte. Dafür gab die Holding im vergangenen Jahr vier Millionen Euro aus. Es sind Kosten, die den Klinikchef ärgern. Denn für einen Leiharbeiter fällt nach seinen Angaben das Doppelte bis Dreifache der üblichen Personalkosten an. Ein Personalpool sei in Vorbereitung. Darüber könnten dauerhaft angestellte Pflegekräfte flexibel in den Krankenhäusern eingesetzt werden. Insgesamt betrug die Bruttolohnsumme, die die Holding 2016 an die Mitarbeiter auszahlte, 351 Millionen Euro.

Krankenhauspersonal schwer zu finden

Neues Personal sei aber schwer zu finden. Junge fähige Mitarbeiter seien heutzutage nicht mehr allein mit guten Gehaltsangeboten zu bekommen. Das fordere einen Arbeitgeber heraus. Sie verlangten beispielsweise flexiblere Arbeitszeiten. Deshalb führt die Holding Lebensarbeitszeitkonten ein. So werde es möglich, sich bei ausreichendem Stundenkonto stand beispielsweise eine mehrmonatige Auszeit zu nehmen oder am Ende mit einem weiter gezahlten Gehalt früher in den Ruhestand zu gehen.

Ein weiterer Versuch der Mitarbeiterbindung, ist das Angebot, sich gegen einen vom Arbeitgeber finanzierten Betrag als Privatpatient behandeln zu lassen. „Der Kampf um die besten Mitarbeiter hat begonnen.“ Diesen Satz hat sich Professor Martin für seinen Vortrag im Kreistag dick aufgeschrieben.