Druckhaus Waiblingen: Ökologisch verantwortlicher Druck

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ZVW Uwe Roth 13.05.2017

Waiblingen. Das Druckhaus Waiblingen hat am Freitag dem Staatssekretär des Umweltministeriums, Andre Baumann, und dem IHK-Bezirkskammerpräsidenten Claus Paal sein über 20-jähriges Umweltengagement vorgestellt. Das Unternehmen, das unter anderem die Blätter des Zeitungsverlags Waiblingen druckt, wird dabei von der Kompetenzstelle für Energieeffizienz (KEFF) Region Stuttgart unterstützt.

Die Einrichtung KEFF wird seit einem Jahr gemeinsam von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS), der IHK Stuttgart und den sechs Kreisenergieagenturen betrieben. Drei Mitarbeiter sind sogenannte Effizienzmoderatoren, die kleinen und mittelständischen Unternehmen beim Energiesparen helfen. Die vom Land und der Europäischen Union finanzierte Einrichtung unter dem Dach der WRS in der Jägerstraße in Stuttgart bietet ihre Beratungsleistungen auch Unternehmen im Rems-Murr-Kreis kostenlos an.

Im Mittelpunkt steht dabei eine Betriebsbesichtigung mit einem Energieexperten und seinen technischen Gerätschaften zum Aufspüren von Energiefressern. Das können Heizungsrohre ohne Ummantelung sein, defekte Ventile, undichte Fensterrahmen, fehlerhafte Leuchtmittel oder feine Risse in Druckluftröhren. Der Unternehmer erhält einen Mängelbericht mit Ratschlägen, was und wie er alles besser machen kann. In der Bilanz, so die Erfahrung der KEFF-Mitarbeiter, schlägt die Einsparung beim Energieverbrauch mittel- und langfristig mit einem höheren Betrag zu Buche als die Investition. Auch in kleineren Betrieben seien schnell einige Tausend Euro gespart.

Claus Paal: „Ökologie und Ökonomie sind keine Gegensätze“

IHK-Bezirkskammerpräsident und CDU-Landtagsabgeordneter Claus Paal betonte im gemeinsamen Gespräch mit Vertretern des Druckhauses Waiblingen, dem Staatssekretär Andre Baumann (Grüne) sowie KEFF-Mitarbeitern, „Ökologie und Ökonomie sind keine Gegensätze. Beides ergänzt sich sinnvoll.“ Er könne jedem IHK-Mitgliedsbetrieb nur empfehlen, die Angebote der Kompetenzstelle wahrzunehmen. Das Einsparpotenzial sei nach wie vor riesig: Laut einer Studie würden 60 Prozent dem Nutzen einer Energieeinsparung eine hohe Bedeutung zumessen, tatsächlich aber ließen keine 30 Prozent der befragten Unternehmer dieser Erkenntnis konkrete Maßnahmen folgen. „Nachhaltige Zukunftsmärkte“ haben nach seinen Worten ein Potenzial von 50 Milliarden Euro. Eine solche Prognose müsste auch Skeptiker vom monetären Wert der Energieeffizienz überzeugen.

Der Amtschef des Umweltministeriums Baumann sagte, erneuerbare Energien könnten den Wegfall von Atomstrom nicht vollständig ersetzen. Es bleibe eine Lücke in der Versorgung, die mit der Einsparung von Energie geschlossen werden müsse. Daher seien Förderungen einer besseren Effizienz ein zentrales Element der Energiepolitik der Landesregierung. Baumann rechtfertigte den Einsatz von Steuermitteln als Aktivierungsenergie. In den Unternehmen werde das Streben nach mehr Energieeffizienz zum Selbstläufer, zeigte er sich überzeugt.

Gasverbrauch um 30 Prozent gesunken

DHW-Geschäftsführer Rainer Wetzel bestätigte das. „Nachdem wir 1995 begonnen haben, ein Umweltmanagementsystem einzuführen, leiten wir seit nunmehr über 20 Jahren unser unternehmerisches Handeln auch unter der Bewertung und Beurteilung umweltrelevanter Aspekte“, sagte er und formulierte als weiteres Ziel: „Wir wollen unserem Anspruch und unserer Verantwortung, die anerkannte Nummer eins in der Region und sogar darüber hinaus zu sein, gerecht werden, was nachhaltige und ökologisch verantwortliche Druckgestaltung anbetrifft.“

KEFF-Effizienzmoderator Steffen Koci war vor einigen Monaten auf dem DHW-Gelände. Er sei überrascht gewesen, wie fortschrittlich das Unternehmen bereits sei. Das Druckhaus, so erläuterte DHW-Produktionsleiter Joachim Battermann, verfügt über drei Blockheizkraftwerke zur Strom- und Wärmeerzeugung. Energie wird über Fotovoltaikelemente auf den Dachflächen gewonnen. Es gibt eine Anlage, die Abwärme in Kälte umwandelt. Eine Klima- und Gebäudeleittechnik dient ebenfalls der Energieeinsparung. Zwischen 2006 und 2015 sei der Gasverbrauch um 30 Prozent gesunken, sagte Battermann. Leuchtmittel würden Schritt für Schritt durch LED-Technik ersetzt.

Staatssekretär Baumann: „Machen Sie weiter so“

Der Druckprozess werde dank neuer Technik und höherer Energieeffizienz immer umweltfreundlicher. Ökofarben, weniger Lösemittel sowie geringere Emissionen verbesserten ebenfalls die Ökobilanz. Fast 80 Prozent der eingesetzten Materialien könnten mittlerweile recycelt werden, sogar Druckplatten und Lacke. Das ans Unternehmen vergebene Umweltzertifikat 14001 habe eine weltweite Anerkennung, auf das insbesondere internationale Kunden Wert legten.

Kunden schätzten zudem das Angebot des klimaneutralen Druckens. Mit einem Beitrag könnten sie über ausgewählte Klimaschutzprojekte CO2-Emissionen kompensieren. Staatssekretär Baumann zeigte sich von diesem Engagement nach seinen Worten „mehr als beeindruckt“ und beendete die Präsentation mit einem „Machen Sie weiter so“.