Archiv der Kategorie: Vorwärts

Texte, die im Vorwärts-Verlag (Vorwärts und DEMO) erschienen sind. Online und Print.

Quelle: RKH Ludwigsburg

Auf dem Weg zur digitalen Patientenakte

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DEMO, Uwe Roth, 19.07.2019

Auf den Fluren des Krankenhauses sind sie immer häufiger zu sehen: Menschen im weißen Kittel, die auf ihr iPad starren. Doch daraus sollten Patientinnen und Patienten keine falschen Schlüsse ziehen. Die Mediziner googeln nicht ihren nächsten Urlaub. Sie studieren vielmehr die Akte eines Patienten.

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Brücke zwischen Kehl und Straßburg schlagen

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DEMO, Uwe Roth, 20.05.2019

Keine Grenzen: Die Bewohner der Region schätzen die Nähe zueinander. Einige regionale Verwaltungsstrukturen sind verknüpft und die Gemeinderäte der beiden Städte treffen sich regelmäßig.
 

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Guter Start für Kita-Kinder

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DEMO, Uwe Roth, 11.04.2019

Bei den Kommunalwahlen in Baden-Württemberg setzt die SPD stark auf gebührenfreie und gute Kitas und Kindergärten. Frühkindliche Bildung sei ein öffentlicher Auftrag und keine Einkommensfrage, meint Hermann-Josef Pelgrim, Oberbürgermeister von Schwäbisch Hall.

Kindertagesstätten sind Bildungseinrichtungen. Hermann-Josef Pelgrim unterstreicht diesen Satz und setzt große Hoffnung in das Gute-Kita-Gesetz. Der 59-Jährige ist seit mehr als 20 Jahren SPD-Oberbürgermeister der Stadt Schwäbisch Hall im Nordwesten von Baden-Württemberg und beobachtet aus nächster Nähe, wie aus dem klassischen Kindergarten eine Stätte mit gewachsenem pädagogischen Anspruch wird. Die Eltern zahlen für die allgemeinbildenden Schulen kein Schulgeld. Warum also sollen sie für den Besuch einer Kindertageseinrichtung bezahlen? „Frühkindliche Bildung ist ein öffentlicher Auftrag und keine Frage vom Einkommen der Eltern“, stellt er fest. Weg von der Betreuung – hin zur Bildung, darüber bestehe in Schwäbisch Hall Konsens.

Das Thema steht überall in Baden-Württemberg ganz oben: vor allem mit Blick auf die anstehenden Kommunalwahlen. Das betont Andreas Stoch, Vorsitzender der SPD-Baden-Württemberg, gegenüber der DEMO. Stoch sieht das Volksbegehren der SPD als „landesweite Klammer für diesen Kommunalwahlkampf.“

Die Finanzen im Blick

Ende des Jahres 2018 hat der Gemeinderat in Schwäbisch Hall einstimmig einen Beschluss gefasst, die Kita-Gebühren abzuschaffen. Als Zieldatum wurde das Jahr 2020 festgelegt. Der Zeitplan hängt indes auch davon ab, „ein Modell zu entwickeln, mit welcher Geschwindigkeit die Finanzierung gewährleistet werden kann“, so Pelgrim. Das werde die nächste Haushaltsberatung ergeben. Die erste Schätzung liegt bei einem jährlichen Mehraufwand von 2,5 Millionen Euro. Die monatlichen Elternbeiträge liegen derzeit fürs erste Kind, das älter als drei Jahre ist, zwischen 127 Euro für sechs Stunden bis 274 Euro für elf Stunden. Dazu kommt eine Verpflegungspauschale von bis zu 100 Euro. Für Kleinkinder (unter drei Jahre) zahlen Eltern zwischen 170 und 514 Euro. Die U3-Versorgung mit Betreuungsplätzen liegt bei knapp 50 Prozent.

Pelgrim ist als Verwaltungschef für die Finanzen verantwortlich. Er weiß, wie schnell eine Kommune in die Bredouille geraten kann, wenn das größte Unternehmen der Stadt als Gewerbesteuerzahler schwächelt. Anfang der 2000er Jahre war das passiert. Davon hat sich Schwäbisch Hall längst erholt. Die Stadt hat 40.000 Einwohner und gehört zu den am stärksten wachsenden Mittelstädten Baden-Württembergs. „Wir haben eine dynamische Entwicklung bei den versicherungspflichtigen Arbeitsplätzen, so dass wir bereits seit Jahren eine Vollbeschäftigung haben.“ Die Anzahl der Kinder wächst entsprechend überdurchschnittlich – fast 400 waren es 2018.

Hoffen auf das „Gute-Kita-Gesetz“

Pelgrim bleibt dennoch vorsichtig und hat zunächst eine Anhebung der Kita-Gebühren um sechs Prozent beantragt. Aber die SPD-Fraktion wollte das nicht. Im laufenden Jahr wendet die Stadt 17,2 Millionen Euro für Kindertageseinrichtungen auf. 2017 waren es noch 13,9 Millionen Euro. 1,7 Millionen Euro kommen an Elternbeiträgen zusammen. In einem Jahr soll eine neue Kita mit 120 Plätzen eingeweiht werden. Kosten knapp sechs Millionen Euro. OB Pelgrim stützt den Beschluss des Gemeinderats, wie er bekräftigt. Und er setzt seine Hoffnung auf das Gute-Kita-Gesetz der Bundesregierung, das seit Jahresbeginn gilt. Bis einschließlich 2022 will der Bund 718 Millionen Euro nach Baden-Württemberg überweisen. Pelgrim hofft, dass möglichst viel davon bei den Kommunen ankommt, und diese das Geld weitgehend eigenständig ausgeben können.

Wie es gemacht wird, macht die wirtschaftsstarke Nachbarstadt Heilbronn vor. Seit mehr als zehn Jahren sind die Gebühren für Ü3-Kinder abgeschafft. OB Harry Mergel (SPD) ist überzeugt, dass sich die vier Millionen Euro Mehraufwand jährlich bezahlt machen. Kollege Pelgrim stellt fest: „In der jetzigen Struktur in Baden-Württemberg können sich nur steuerstarke Städte so eine Entwicklung erlauben.“ Soziale Brennpunkte kennen beide Städte nicht. Kommunen, die davon betroffen sind, haben nicht das Geld für eine Gebührenbefreiung. „Doch gerade für einkommensschwache Eltern wären solche Betreuungsangebote wichtig“, sagt Pelgrim und stellt fest: „Deshalb bleibt die Kita-Betreuung eine öffentliche Aufgabe, die gesamtstaatlich zu bewältigen ist, und keine einzelner Kommunen.“ Er hofft, dass das von der Landes-SPD angestrengte und von der Landesregierung wegen verfassungsrechtlicher Bedenken abgelehnte Volksbegehren, die Kita-Gebühren im Land abzuschaffen, doch noch zum Tragen kommt. „Aber egal, wie es endet. Das darf uns nicht davon abhalten, hier dann eigene Wege zu finden.“

Gewalt gegen Rettungskräfte und Feuerwehr begegnen

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DEMO, Uwe Roth, 19.12.2018

Mehr Respekt gegenüber Helferinnen und Helfern gefordert. Deeskalationsstrategien können als Schutz hilfreich sein.

Die Gewalt gegen Rettungskräfte scheint zuzunehmen. Über spektakuläre Fälle wird breit in den Medien berichtet. Betrunkene pöbeln Sanitäter massiv an. Unfallgaffer setzen sich aggressiv und mit Beschimpfungen zu Wehr, wenn sie von Einsatzkräften zur Seite gedrängt werden, damit diese Hilfe leisten können. Was, so fragen sich Leserinnen und Leser solcher Nachrichten, ist in diese Menschen gefahren? Wie können sie Helfer attackieren, die letztlich Menschenleben retten wollen? Solche Nachrichten scheinen in das Stimmungsbild einer wachsenden Respektlosigkeit in der Öffentlichkeit gegenüber hoheitlichen Einrichtungen zu passen.

Kampagne in Bayern

In München schleuderte im Sommer ein 20-Jähriger eine Whiskyflasche gegen die Scheibe eines Notarzteinsatzfahrzeugs der Berufsfeuerwehr. Diese durchschlug die Scheibe und traf eine Notärztin im Gesicht. Sie erlitt dabei schwere Verletzungen. Ein Rettungssanitäter wurde durch umherfliegende Glassplitter am Auge verletzt. Die Berufsfeuerwehr der bayerischen Landeshauptstadt sieht darin einen ungewöhnlichen Fall, aber noch lange keinen Beweis eines zunehmenden Autoritätsverlusts der Rettungskräfte. Ein Sprecher gibt Auskunft: „Dieser Vorfall ist bislang der spektakulärste gewesen.“ Erst danach habe man überhaupt begonnen, eine Statistik zu führen. Weil dem so sei, „liegt es uns fern, Einschätzungen über Verhaltensmuster und Denkweisen der übergriffigen Personen zu ­äußern“, wehrt Brandoberinspektor Florian ­Hörhammer Fragen nach möglichen Ursachen ab. Da es sich in der Vergangenheit nach seiner Einschätzung um wenige Einzelfälle gehandelt habe, sieht die Münchner Wehr „derzeit keinen Grund, Mitarbeiter in Selbstverteidigungskurse zu schicken“, wie dies von manchen ­Rettungsorganisationen getan werde.

Die Landesgruppe Bayern der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft hat indessen das Thema „Gewalt gegen ­Rettungskräfte“ in der Kampagne ­„Respekt? Ja bitte!“ aufgegriffen. In ­einem Video kommen auch betroffene Helferinnen und Helfer zu Wort. Beim Arbeiter-Samariter-Bund Baden-Württemberg setzt man auf Deeskalationsstrategien, wie die ASB-Landesvorsitzende Sabine Wölfle sagt. Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion stellt fest: „Dies ist nach unserer Auffassung ein deutlich effektiverer Ansatz, als sie in Selbstverteidigung zu schulen.“ Die allermeisten Situationen ließen sich bei entsprechendem Vorgehen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entschärfen.

Arbeiter Samariter Bund: Relativ wenig Vorfälle

Gleichwohl spricht man auch beim ASB nicht von ­einer Zunahme von Konflikten. Denn: „Insgesamt verzeichnen wir relativ wenige Vorfälle.“ Nach der ASB-Landesstatistik ist die Zahl der verbalen Übergriffe von 60 im Jahr 2016 auf 30 im vergangenen Jahr gesunken. Die Zahl der einfachen und schweren Körperverletzungen ist allerdings im gleichen Zeitraum, wenn auch auf niedrigem Niveau, von drei auf neun Fälle angestiegen. 2017 verzeichnete der ASB rund 85.000 Einsätze mit Rettungswagen und Notarztfahrzeugen sowie 93.000 Krankentransporte. Doch Wölfle bekräftigt angesichts dieser Zahlen: „Angriffe auf Rettungskräfte sind absolut inakzeptabel und müssen mit aller Härte bestraft werden.“

Die gleichen Beobachtungen macht Sprecher Udo Bangerter vom Deutschen-Roten-Kreuz-Landesverband in Stuttgart. Er sieht zwar ebenso eine Tendenz hin zu einer wachsenden Ungeduld, Unhöflichkeit sowie Respektlosigkeit, die den Rettungssanitätern bei ihren Einsätzen begegne. Dazu kämen Menschen unter Drogen- und Alkoholeinfluss mit zum Teil aggressivem Verhalten. Dennoch könne er „keinen nennenswerten Zuwachs an körperlicher Gewalt gegenüber Rettungssanitätern erkennen“, wie Bangerter feststellt. In den vergangenen 20 Jahren habe sich die Zahl der Rettungseinsätze verdoppelt. Entsprechnend nähmen die Gewalt- und Beleidigungsvorfälle zu. Doch unterm Strich bewertet er „solche Delikte als insgesamt sehr selten“.

Studie: Hohe Dunkelziffer

Die Kriminalwissenschaftlerin Janina Dressler, die in einer Studie Ende 2014 rund 1.600 Rettungskräfte der Berufsfeuerwehren und zivilen Hilfsorganisationen befragt hat, zeigt allerdings auf, dass die Dunkelziffer sehr hoch ist. Ihrer Aussage nach standen zum Beispiel 2014 in Hamburg 30 bis 40 gemeldeten Delikten 1.600 nicht gemeldete gegenüber. In der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) waren laut Dressler bundesweit 1.852 Straftaten gemeldet. Wie die Dimension der Vorfälle auch sein mag: Jeder einzelne Angriff auf Rettungskräfte ist einer zu viel.

Wie Rettungskräfte sich behaupten können

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DEMO, Uwe Roth, 18.12.2018

In speziellen Kursen lernen Rettungskräfte oder Mitarbeiter öffentlicher Verwaltungen Selbstbehauptungs- und Deeskalationsstrategien.

Selbstbehauptung geht vor Selbstverteidigung. So beschreibt Marc Louia den Aufbau seiner Kurse, die er im schwäbischen Pfullingen (Landkreis Reutlingen) unter anderem Rettungskräften und Mitarbeitern öffentlicher Verwaltungen anbietet. Der 51-Jährige ist Mitglied im Verein „Selbstbewusst & Stark“ des Bundesverbands Gewaltprävention. Seit sich Meldungen häufen, dass Rettungskräfte während ihrer Einsätze körperlich bedroht werden, wächst auch in seiner Schule die Zahl der Anmeldungen aus Rettungsorganisationen.

Gewalt nicht mit Gewalt begegnen

Louia macht deutlich, dass die Lösung nicht darin bestehen könne, in erster Linie die Selbstverteidigungskräfte zu trainieren, also Gewalt mit Gewalt zu begegnen. „Bei uns geht es vor allem um die Selbstbehauptung und Deeskalation, also um alles was passiert, bevor es im schlimmsten Fall zu einem Übergriff kommt“, sagt Louia.

Prävention beginnt bei ihm im Kopf: Wie bereite ich mich auf der Anfahrt vor? Wie trete ich am Einsatzort auf? Wie erkenne ich Gefahren im Vorfeld? Wie gehe ich mit Störern um? Wie sichern wir uns gegenseitig ab? „Uns kommt es vor allem darauf an, dass die Teilnehmer lernen, dass man durch bestimmte Verhaltensweisen gefährliche Situationen oft bereits im Ansatz verhindern kann.“ Grundsatz stimme, betont er nachdrücklich: Eine gute Selbstbehauptung erspart in den meisten Fällen die Selbstverteidigung.

Wichtige Übung: selbstbewusstes Auftreten

Eine wichtige Übung in seinem Kurs ist, ein selbstbewusstes Auftreten am Einsatzort zu trainieren. Er demonstriert, wie man blitzartig in eine Schutzhaltung in Bedrohungslagen kommt. Im Einsatz konzentriert zu arbeiten und gleichzeitig den Eigenschutz nicht zu vernachlässigen, sei ebenso eine Sache des Trainings. Zum Beispiel werde gezeigt, wie man eine Person bestmöglich zum Rettungsfahrzeug bringt oder wie Sanitäter auf bedrohliche Situationen im Fahrzeug während des Transportes reagieren können.

Von Selbstverteidigung spricht der Lehrer, wenn es darauf ankomme, eine gute Schutzhaltung bei Bedrohung einzunehmen und aus dieser sinnvoll zu handeln. Doch auch dabei sei Selbstbehauptung wichtig, weil es immer einen Plan im Kopf geben müsse. „In Konfliktsituationen entscheidet nämlich zu 80 Prozent der Kopf, wer als Sieger oder Verlierer vom Platz geht. Eine gute Technik macht lediglich 20 Prozent aus“, ist seine Erfahrung. Wer sich wirklich verteidigen wolle, der müsse in der Lage sein, seinem Gegenüber klar zu machen, dass er nicht das Opfer sei, für das ihn der Angreifer halte. „Körperliche Fitness ist immer ein Pluspunkt, aber in unserem Konzept nicht entscheidend.“

Mentale Vorbereitung

Eine mentale Vorbereitung, die hilft, Gefahrenlagen rechtzeitig zu erkennen, in Kombination mit einem selbstbewussten Auftreten, sei für die Prävention von großer Wichtigkeit. Körperhaltung, Blick, Stimme, Gestik oder Mimik verrieten dabei viel über die Absichten des Gegenübers. Das körpereigene Gefahrenradar, wie er es nennt, könne geschult werden. Es erfasse, wer sich im eigenen Umfeld bewege und drohende Gefahren. Wichtig sei eine angemessene Kommunikation – beispielsweise mit einem Gegenüber, der offensichtlich unter Einfluss von Rauschmitteln steht. Erst ganz zum Schluss stehe „eine verhältnismäßige Selbstverteidigung“.

Strenge Sicherheitsvorschriften bei Veranstaltungen

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Demo (Vorwärts) Uwe Roth 14.07.2017

Sommerzeit – Zeit vieler kultureller Events. Veranstalter beklagen schärfere Vorschriften und häufigere Kontrollen. Die Aufsicht liegt bei den Kommunen.
 

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Ländlicher Raum: Gegen Strukturdefizite mobilmachen

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Demo Uwe Roth 27.04.2017

Offiziell ist es der „Kombi-Bus“, der seit September 2012 nicht allein Fahrgäste durch den Landkreis Uckermark transportiert, sondern im Laderaum auch Lebensmittel – vor allem Kühlboxen mit Wurst und Käse. Die werden dort abgeladen, wo der letzte Lebensmittel laden längst geschlossen hat, Hoteliers und Gastronomen auf die regionalen Spezialitäten für die Gästeverpflegung warten.

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