Neckar: Surfwelle kommt näher

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Südwest Presse, Uwe Roth, 10.12.2018

Einer Flusswelle im Neckar in Untertürkheim stehen laut einer Studie keine ökologischen Einwände entgegen.

Stuttgart. Die hiesigen Surfsportler, die sich in dem Stuttgarter Verein „Neckarwelle“ zusammengeschlossen haben, feierten am Samstag ihr einjähriges Vereinsbestehen. Die Stimmung in ihrer Stammkneipe in der Geisstraße war ausgelassen. Dafür gab es allerdings neben dem Jubiläum noch einen weiteren Grund: Der Verein ist in der vergangenen Woche seinem Herzenswunsch ein Stück nähergekommen und damit dem Traum von einer surfbaren Flusswelle auf einem Seitenarm des Neckars in Untertürkheim.

Der Vereinsvorstand hat dem Sportausschuss des Gemeinderats eine von der Stadt bezahlte Machbarkeitsstudie vorgestellt. Darin kommt der Gutachter zum Ergebnis, dass einer Umsetzung des Projekts aus ökologischer Sicht nichts im Weg stehe. Vorstandsmitglied Matthias Bauer will nicht von einer Welle der Begeisterung nach der Präsentation sprechen.

Geschätzte Baukosten: 4,2 Millionen Euro

Die Reaktionen der Ratsmitglieder seien aber „sehr positiv“ gewesen, „teilweise sogar begeistert“ – trotz der prognostizierten Baukosten von über 4,2 Millionen Euro. Bedenken kämen zudem vom Landesgesundheitsamt, das Baden im Neckar wegen der Wasserqualität für bedenklich halte.

Bauer führt den Erfolg im Sportausschuss trotz solcher Eintrübungen darauf zurück, dass die Studie aus seiner Sicht fundiert und überzeugend gewesen sei. Der beauftragte Gutachter Gunther Matthäus ist ein für solche Aufgaben bekannter Spezialist. Dazu kommt, dass die Vereinsspitze aus Ingenieuren und Juristen besteht, die Input lieferten. Bauer selbst ist Architekt.

Die Beziehung zum Fluss

Die Neckarwelle ist eine unter der Wasseroberfläche liegende Rampe, die die Strömung um das Vierfache beschleunigt und somit ein Surfen auf dem Seitenarm des Neckars ermöglichen würde. Die Neckarwelle soll mit den Baunebenkosten etwa 3,1 Millionen Euro teuer werden.

Dazu kommen laut Verein Kosten von rund 460 000 Euro, unter anderem für Sanitäranlagen und eine Terrasse. Die Betriebskosten werden auf jährlich 135 000 Euro geschätzt. Diese sollen über Mitgliedsbeiträge aufgebracht werden. Aktuell hat der Verein 300 Mitglieder – Tendenz steigend.

Bauer gibt sich zuversichtlich, dass der Gemeinderat noch im ersten Quartal 2019 grünes Licht gibt. Dann könne die Welle, wie beabsichtigt, 2020 in Betrieb gehen. „Ich denke, der Gemeinderat hat erkannt, dass die Surfwelle eine größere Dimension hat als eine reine Sportstätte“, sagte Bauer. Stuttgart sei dabei, den Neckar für sich zu entdecken. Eine solche Attraktion sei die Chance, eine weitere Beziehung zum Fluss aufzubauen. ⇥Uwe Roth

Ludwigsburg: üppige Zuschüsse aus Berlin

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Südwest Presse, Uwe Roth, 01.12.2018

Im Kampf gegen Luftschadstoffe hat Ludwigsburg einen Helfer im Verkehrsministerium.

Ludwigsburg. Gegen ein drohendes Dieselfahrverbot und gegen die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kämpft die Stadt Ludwigsburg – gemeinsam mit ihrem CDU-Bundestagsabgeordneten. Das Stickoxid-Problem liegt in der vielbefahrenen Friedrichstraße. Der Jahreswert überstieg im vergangenen Jahr die zulässige Konzentration um etwas mehr als zehn Mikrogramm je Kubikmeter Luft.

Die DUH hat kürzlich angekündigt, dass ein Verfahren, das sich gegen Ludwigsburg richtet, demnächst wohl eröffnet wird und ein Urteil im kommenden Jahr zu erwarten sei. Zudem arbeitet das Regierungspräsidium derzeit an einem Luftreinhalteplan für die Stadt. Für OB Werner Spec, der 2019 wiedergewählt werden möchte und die Bekämpfung des Klimawandels in der Stadt mit seinem Namen verbunden hat, ist Steffen Bilger ein Segen: Der 39-jährige ist nicht nur Abgeordneter, sondern auch Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Chef der CDU-Nordwürttemberg. Die hat auf seinen Vorstoß hin den Antrag gestellt, die Gemeinnützigkeit der DUH überprüfen zu lassen. Ein Schritt, den Spec begrüßt.

Viel Geld aus dem Sofortprogramm „Saubere Luft“

Gegenüber dem Handelsblatt sagte Bilger, Ludwigsburg habe alles getan, um die Luftreinhalteziele einzuhalten. Die Stadt komme sehr gut voran damit. „Trotzdem wird die Stadt von der DUH verklagt.“ Das Problem jedoch ist, dass seit einigen Monaten NOx- und Feinstaubkonzentrationen wieder etwas steigen. OB Spec führt das auf die anhaltende Trockenheit zurück.

Bilger ist ein Befürworter einer Nordostumfahrung von Stuttgart, die auch Ludwigsburg entlasten würde. Zudem ist er für die Stadt ein wichtiger Faktor zur Beschaffung von Fördermitteln geworden. So verkündete er im Juni im Rathaus, dass die Stadt erhebliche Mittel aus dem Sofortprogramm Saubere Luft 2017 bis 2020 der Bundesregierung erhalten werde, noch bevor die Bescheide in Berlin unterschrieben waren. Am Ende erhielt Ludwigsburg 6,1 Millionen Euro vom Bund, die Landeshauptstadt nur 1,9 Millionen Euro.

Auch bei der jüngsten Bescheidübergabe in Berlin kam die Stadt gut weg: Ludwigsburg erhält eine Förderung für insgesamt 122 Elektrofahrzeuge und 35 Ladestationen. Keine andere Stadt in Deutschland bekommt auch nur annähernd so viele Fahrzeuge bezuschusst. Auf Platz zwei der Förderliste aus dem Verkehrsministerium folgt Düsseldorf mit 45 Fahrzeugen. Stuttgart bekommt hingegen lediglich für 29 Fahrzeuge und ebenso viele Ladestationen Geld aus Berlin. In der Region bekommen darüber hinaus noch die Stadt Leonberg 20 E-Fahrzeuge und 20 Ladestationen sowie die Stadt Esslingen drei Fahrzeuge und zwei Ladestationen gefördert. ⇥Uwe Roth

Fahrgastzahlen fordern den VVS heraus

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Südwest Presse, Uwe Roth, 25.10.2018

Insgesamt 40 Jahre gibt es den Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) schon. Doch in die Vergangenheit wird kaum geblickt, sondern in die Zukunft. Am 1. Oktober 1978 waren die ersten drei S-Bahn-Linien von Stuttgart (S1), Ludwigsburg (S2) und Weil der Stadt (S6) in Betrieb gegangen. Was übersichtlich mit wenigen S-Bahn-Zügen Fahrt aufnahm, umfasst heute einen Fuhrpark aus etwa 1700 Personentransportmitteln – S-Bahn-Triebwagen, Stadtbahnen, Dieseltriebwagen, Oberleitungsbussen, Zahnradtriebwagen, Standseilbahnwagen und Omnibussen. Im vergangenen Jahr legten sie zusammen 382 Millionen Fahrten zurück.

In den kommenden Jahren wird sich der VVS-Fuhrpark stark vergrößern. Der Verkehrsverbund vollzieht 2019 einen Wandel, der durchaus vergleichbar ist mit dem Jahr 1993, als auf den Monat genau vor 25 Jahren der VVS-Tarif von der Schiene auf den Busverkehr ausgeweitet wurde. Wegen der Neuerungen sprachen die Redner beim Festakt zur 40-Jahr-Feier vor allem über die Zukunft. Drohende Fahrverbote und rasant steigende Fahrgastzahlen fordern den Verkehrsverbund heraus, der von der Landeshauptstadt und den vier umliegenden Kreisen getragen wird. Gehen die Pläne zum Ausbau des ÖPNV-Angebots nicht auf, droht der Verkehrskollaps.

Aus 52 werden fünf Tarifzonen im VVS

Im Zuge der Tarifreform werden am  1. April 52 Tarifzonen durch nur noch fünf Ringzonen ersetzt. Die Fahrgäste werden um 42 Millionen Euro entlastet, heißt es beim VVS. Vor allem die Stuttgarter und die Stuttgart-Pendler profitieren: Sie sparen im Zentrum eine Zone. Unzählige Ticketautomaten müssen umgestellt werden. VVS-Geschäftsführer Horst Stammler gibt sich entspannt: „Im Moment sind IT und die Administratoren gefordert.“

Der Busverkehr steht für Stammler auf der Agenda weit oben. Er verweist auf den Erfolg, den die Ausschreibung der 50 Linienbündel nach EU-Wettbewerbsrecht gebracht habe. „In allen Landkreisen sind die Angebote dadurch deutlich ausgeweitet worden“, stellt er fest. Bislang habe es einen Leistungszuwachs von zehn Prozent im Vergleich zu 2015 gegeben. „Und es wird in der Zukunft besser werden“, ist er überzeugt. Damit zu den Hauptverkehrszeiten die Drängelei in den Stadtbahnen und S-Bahnen aufhört, werden von 2021 an S-Bahnlinien über den Tag im 15-Minuten-Takt verkehren.

Landkreis Göppingen kommt in den VVS

Das VVS-Gebiet hat sich seit der Gründung des Verbunds wenig verändert. 2014 kam der Landkreis Göppingen sozusagen auf Probe dazu. Die vollständige Aufnahme soll nach langen Verhandlungen zum Ende des Jahres erfolgen. Doch noch hat der Kreistag der Vollintegration nicht zugestimmt. Der Leiter des Amtes für Mobilität und Infrastruktur beim Landkreis Göppingen, Jörg-Michael Wienecke, sagt: „Die zentrale Frage vor der Abstimmung wird sein: Können wir uns das Ganze leisten?“ Der jährliche Kostenanteil, der von Göppingen an den Träger des VVS, den Verband Region Stuttgart, gehen würde, wird auf drei bis fünf Millionen Euro geschätzt.

Weitere Landkreise werden in den kommenden Jahren aller Voraussicht nach nicht hinzukommen. „Aber es gibt einzelne Kommunen, die Interesse daran haben, sich am VVS zu beteiligen“, sagt Stammler. Auch Städte, die bereits im Verbund sind, verlangen nach individuellen Lösungen. So gibt es in Ludwigsburg seit August ein Stadtticket. Es ist eine Tageskarte für drei Euro, die fürs Stadtgebiet gilt. Insgesamt 16 Städte in der Region hätten an solch einem Ticket Interesse bekundet.

Abgesehen von solchen Entwicklungen wird sich das VVS-Gebiet in den kommenden Jahren öffnen müssen und ein Stück weit Eigenständigkeit verlieren: Von 2021 an sollen nach den Plänen der Landesregierung Fahrgäste landesweit gültige Fahrkarten über die Grenzen der Verkehrsverbünde hinweg vom Start bis zum Ziel lösen können.

Bernhard Prinz von Baden und Historiker Hansmartin Schwarzmaier im Stuttgarter Hauptstaatsarchiv. Foto: Uwe Roth

Bernhard von Baden übergibt historisches Dokument

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Südwest Presse, Uwe Roth, 14.09.2018

Das zerknitterte Papier ist beinahe 700 Jahre alt. Das Datum 1351 auf dem Schriftstück schließt Irrtümer aus. Dennoch wäre es fast im Müll gelandet. Bernhard Prinz von Baden berichtet davon. Am Freitag hat der Chef der markgräflichen Familie persönlich die mittelalterliche Urkunde des Klosters Herrenalb an das Hauptstaatsarchiv Stuttgart als Schenkung übergeben. Etwa 400 Jahre lag das Schriftstück, das den Mönchen einen Teil der Ernteeinnahmen der Grafen von Vaihingen an der Enz sicherte, unbeachtet im Archiv des Schlosses Salem.

Als das Schloss aufgelöst wurde, blieb die Urkunde zurück. Beim Reinigen der Möbel ist sie zufällig entdeckt und in letzter Minute gerettet worden, berichtete der Prinz. Archivdirektor Peter Rückert spricht von einem „außergewöhnlichem Fund“.

Schäbiges Dokument mit historischem Wert

Bernhard von Baden sah sich im Staatsarchivs ein Schriftstück an, das an die Hinrichtung eines Vorfahren vor 750 Jahren erinnert. Der Historiker Hansmartin Schwarzmaier hat sich mit den beiden, etwa Handflächen großen Pergamenten beschäftigt. Er nennt sie „schäbige Dokumente“, aber mit hohem historischen Wert: Konradin von Hohenstaufen und sein Freund Friedrich von Baden-Österreich hatten ihren letzten Willen von einem Schreiber festhalten lassen, bevor sie in Neapel hingerichtet wurden. Das war am 29. Oktober 1268. Konradin war erst 16, Friedrich etwa 18 Jahre alt. Als Heerführer hatten die beiden Männer eine Schlacht in den Abruzzen verloren. Der Tod Konradins bedeutete das Ende der Staufer. Wohl in Panik vor der Hinrichtung wollten die Prinzen Besitztümer Klöstern vermachen, um sich deren seelischen Beistand zu sichern. 

Das Testament sei nie in Kraft getreten, vermutet Schwarzmaier. Gefunden wurden die Papiere im Kloster Weingarten. Wie sie dorthin kamen, ist unklar. Nach dem Besuch des Prinzen von Baden kamen die Dokumente in einem Pappkarton zurück ins Stuttgarter Depot. Davor macht er sich ein eigenes Exemplar – mit dem Smartphone.

Oper Stuttgart: Suche nach neuem Standort

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Südwest Presse, Uwe Roth, 04.09.2018

Man könnte meinen, laute Überlegungen zum Bau einer neuen Philharmonie seien spätestens seit Hamburg ein Tabu. Doch der CDU-Fraktionsvorsitzende in Stuttgart scheut sich nicht, für die Landeshauptstadt ein solches Großprojekt vorzuschlagen. Alexander Kotz sieht die Chance, nach Stuttgart 21 für die Stadt ein neues, positives Kapitel aufzuschlagen: „Hamburg hat mit der Elbphilharmonie gezeigt, welch positive Wahrnehmung ein einzelnes Bauwerk international auslösen kann“, lobt der Vizepräsident der regionalen Handwerkskammer.

Er schlussfolgert daraus: „Wir in Stuttgart müssen zeigen wollen, dass so etwas auch bei uns, selbstredend im Kontext der Stuttgarter Maßstäbe, machbar ist.“

Kotz ist überzeugt, dass Stuttgart ein solches Projekt ohne siebenjährige Verspätung bei der Fertigstellung und elffache Kostensteigerung hinbekommt, wie es in der Hansestadt der Fall war. Der CDU-Politiker geht davon aus, „dass hier Kosten- und Bauzeitplanung für die Projektumsetzung Bestand haben.“

Oper ist stark renovierungsbedürftig

Hintergrund seines Vorschlags ist, dass in der Landeshauptstadt eine äußerlich durchaus noch ansehnliche, aber im Innern stark marode Oper steht. Das über 100 Jahre alte Bauwerk ist stark renovierungsbedürftig. Dazu muss es allerdings mehrere Jahre geschlossen bleiben. So lange aber soll das Publikum auf Aufführungen nicht verzichten müssen.

Vor allem das weltberühmte Ballett soll auf einer repräsentativen Bühne ohne Unterbrechung weiter tanzen können. Die Compagnie ist ein Besuchermagnet und somit eine wertvolle Einnahmequelle. Im Gegensatz zum Schauspielhaus nebenan, das mit Besucherschwund kämpft.

Kaum Platz für neuen Standort

Die Opernsanierung wird laut einem Sanierungsgutachten aus dem Jahr 2014 auf rund 300 Millionen Euro geschätzt. Allein eine neue Bühnentechnik kostet demnach 18 Millionen Euro. Die Kosten, die sich zu gleichen Teilen die Stadt und das Land teilen, sind nicht so sehr das Problem, das bislang einen Projektstart verhindert hat.

Der Grund ist vielmehr die Kessellage der Stadt mit ihren beengten Platzverhältnissen. Eine Bühne mit Zuschauerraum wäre irgendwo als Interimslösung im Stadtkern unterzubringen, nicht aber ein Haus mit Werkstätten und Kulissendepot. Dazu müsste die provisorische Oper an den Stadtrand verlegt werden. Das jedoch findet die Intendanz nicht gut. Sie fürchtet einen Rückgang der Zuschauerzahlen.

Die Stadtverwaltung glaubte eine Zeitlang, das optimale Gelände gefunden zu haben, das zumindest einigermaßen innenstadtnah ist: Das Paketpostamt zwischen Gleisvorfeld und Rosensteinpark hätte mit 35 000 Quadratmetern Nutzfläche ausreichend Platz. Doch als die Planer ihre Berechnungen zum Umbau vorlegten, überwogen die Molltöne.

Um aus der Post eine Oper zu machen, müssten etwa 116 Millionen Euro investiert werden. Die CDU reagierte entsetzt: „Für unsere Fraktion ist klar, ein reines Interim mit Kosten jenseits der 50 Millionen Euro ist nicht zu vertreten“, so Fraktionschef Kotz. So entstand die Idee, die Interimsoper später durch eine Philharmonie weiter zu nutzen. „Dafür besteht eine echte dauerhafte Nachfrage“, ist er überzeugt.

Ministerpräsident macht Druck

Wo eine Interimslösung mit integrierter Nachnutzung gebaut werden könnte, das soll die „Task Force Oper“ herausfinden, die Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) im Mai eingerichtet hat. Sogar Ministerpräsident Winfried Kretschmann macht inzwischen Druck. „Es sind schwierige Fragen, die geklärt werden müssen. Unter anderem, ob die Ersatzspielstätte ein Provisorium ist oder eine Nachnutzung geplant ist“, sagte Kretschmann der Nachrichtenagentur dpa. Den nötigen Bauplatz für eine Zwischenlösung müsse Stuttgart liefern.

Die Task Force ist im Rathaus auf höchster Führungsebene angesiedelt. „Zwischenergebnisse gibt es noch nicht“, teilt eine Rathaussprecherin mit. Oberbürgermeister Kuhn kündigte an: „Im Herbst werde ich das Land, die Intendanten und den Gemeinderat über die Vorschläge der Task Force Oper informieren. Wir haben dazu viele bekannte und unbekannte Standorte untersucht.“

Es wird öffentlich spekuliert über Standorte wie ein Areal bei der Liederhalle, darunter ein Parkplatz vor dem Finanzamt am Rotebühlplatz und ein Grundstück, das bisher als Kohlelager am Kraftwerk Gaisburg diente. Nicht ausgeschlossen wird, dass die Oper ins Musicalzentrum nach Möhringen ziehen könnte.

Infokasten

Letzte Renovierung liegt schon Jahre zurück

Die Oper ist in den Jahren 1909 bis 1912 nach den Plänen von Max Littmann gebaut worden. Angeschlossen war ein Schauspielhaus, das im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört wurde. Das Schauspiel erhielt 1962 ein separates Gebäude gleich nebenan. Es hieß Kleines Haus, die Oper Großes Haus. 2001 erfolgte die Umbenennung.

In den 1980er Jahre wurde die Oper mit 1400 Zuschauerplätzen letztmals grundlegend renoviert. Bekannt ist das Staatstheater wegen seines Balletts. Neben dem Staatstheater hat Stuttgart sechs große Privattheater und etwa 20 kleinere Häuser. Zusammen bieten Theater 700 Vorstellungen im Monat. uro