Archiv der Kategorie: Glossen

Glossen Beispiele von Journalist Uwe Roth

Rundschlag: Achtung, Eltern! Pisa-Forscher

ZVW Uwe Roth 23.04.2015

Psst. Nachricht an alle Helikoptereltern: Pisaforscher sind wieder unterwegs. Das meldet am Mittwoch Spiegel online. Vielleicht sind die Vergleichstester schon längst in der Klasse ihres Kindes, sofern es zwischen 14 und 15 Jahre alt ist. Sie wollen doch sicher, dass Ihr Kind beim Pisatest gut, nein, sehr gut abschneidet. Rufen Sie gleich den Klassenlehrer an, nein, noch besser, den Schulleiter und fragen Sie, ob und wann die Forscher kommen.

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Rundschlag: Heftiges Tief für schlappe 199 Euro

ZVW Uwe Roth 01.04.2015

Waren Sie gestern auch völlig durch den Wind? Vom Sturm tief beeindruckt? War Ihre Vorfreude aufs Osterfest wie weggeblasen? Sehnten Sie sich trotz der gestern veröffentlichten gesunkenen Arbeitslosenzahlen nach einer Flaute? Wenn Sie das vorbehaltlos bejahen, dann können Sie sich bei Niclas Meyer bedanken.

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Rundschlag: Gelber Engel findet Grün nicht doof

ZVW Uwe Roth 03.03.2015

Den ADAC muss man wahrlich nicht mögen. Aber zumindest konnte man am Automobilclub bislang eines wertschätzen: seine solide politische Verlässlichkeit. Sie orientierte sich Jahrzehnte konsequent an der Maxime „Freie Fahrt für freie Bürger“. So unverblümt offen wie in den 70er Jahren sagt das zwar längst kein ADAC-Funktionär mehr. Aber jede politische Stellungnahme aus der Münchner Zentrale läuft bis heute letztendlich auf diesen Hintergedanken hinaus: Tempolimit ist doof, Spritsteuer ist doof, Maut ist doof, Baumalleen sind doof, genauso wie Straßendemos, Radfahrer sind (meistens) doof, vierspurige Autobahnen sind sowieso doof, weil es müssten mindestens acht Spuren sein.

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Rundschlag: Immer mehr Gefahrenzonen

ZVW Uwe Roth 18.02.2015

Heute an Aschermittwoch über verkaterte Leser herzuziehen, wäre billig. Machen wir nicht. Abgesehen von einfach gestrickten Hat-wer-ne-Aspirin?-Und-bitte-heut-nicht-so-laut-Klischees, die wir ablehnen, dürften gestern nicht allzu viele den Faschingsausklang in Trinklaune wahrgenommen haben. Dafür war die fünfte Jahreszeit in diesem Jahr viel zu ernst. Klar, Fasching ist eine ernste Sache. Gut, zugegeben, das ist ein Klischee.  Rundschlag: Immer mehr Gefahrenzonen weiterlesen

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An entscheidender Stelle bloß genuschelt

Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Uwe Roth, August 2013

Der grüne Bonde tritt schwarz gekleidet hinters Rednerpult. Zur Verkündung der Schöpfungsgeschichte seines Nationalparks macht der Naturschutzminister die Regierungsempore zur Kanzel. Pastoral schaut Bonde in die Parlamentarierrunde, blickt den Ungläubigen besonders ernst in die Augen, hebt die Arme und sagt: Die Gläubigen legen heute den Entwurf eines Gesetzes zur Gründung eines Nationalparks im Schwarzwald vor.

Bonde sagt nicht die Gläubigen, sondern Landesregierung, verkündet dann wörtlich, „wir tun das in der Überzeugung, damit einem wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und zur Bewahrung der Schöpfung zu leisten“. Es ist der Titel seiner Predigt, „Wichtiger Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung“.

Bonde kennt seine Schwarzwaldbauern, wohnt er doch in Baiersbronn. Der Fingerzeig auf die Schöpfung ist der ultimative Beweis, dass Regierung und die religiösen Bewohner der Waldregion an einem Glaubensstrang ziehen, die gleiche Bibel lesen und die Warnung verstehen: Sehet, wer gegen den Nationalpark ist, ist vom rechten Holzweg abgekommen und ein Sünder, weil er Gottes Schöpfung nicht gesetzlich bewahren will.

Bondes Predigt ist nicht in Stein gemeißelt, dafür auf Youtube im Internet archiviert. Wer nicht hören kann, nur sehen, der kann zum Bonde-Film die Untertitel zuschalten. Mit dem Begriff Schöpfung kann moderne Übersetzungstechnik wohl nichts anfangen. Sie untertitelt den entscheidenden Satz „… und zur Bewahrung das Shirt Funktion leichten.“ Vielleicht hat Bonde an entscheidender Stelle bloß genuschelt. Uwe Roth

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