Ausbildungsporträt Lagerlogistiker

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Gerade in Zeiten der Onlinewarenbestellung gewinnt die Lagerlogistik an Bedeutung. Der Elektrogroßhändler Löffelhardt in Fellbach reagiert darauf und weitet die Ausbildung in diesem Bereich aus. Emanuel Schrubba und Robin Mistl sind auf dem Weg zur Fachkraft. Ihnen gefällt auch die körperliche Herausforderung.

Früher lief in einem Lager alles so geordnet ab. Vormittags kamen die Lieferungen an, bis zum Mittag über Telefon oder Telefax die Bestellungen, am frühen Nachmittag die Lkws, die die Waren bis zum nächsten Tag zu den Kunden brachten. Im Prinzip ist das heute noch so. Doch die Firma Löffelhardt hat auch einen Onlineshop und garantiert bei einer Bestellung bis 19.30 Uhr eine Lieferung am nächsten Arbeitstag. Und dies bei 30.000 unterschiedlichen Produkten, welche permanent ab Lager verfügbar sind.

Bei Löffelhardt kümmern sich im Lager mehr als 100 Mitarbeiter darum, dass die Qualität der Waren während der gesamten Lieferkette erhalten bleibt, und die Lieferungen termingerecht beim Kunden eingehen. Einige der Beschäftigten im Lager sind angelernt. Doch es kommen immer mehr Fachkräfte für Lagerlogistik dazu. Dadurch, dass diese im Rahmen ihrer Ausbildung alle Logistikbereiche vom Wareneingang, der Kommissionierung bis hin zum Fuhrpark und der Reklamationsbearbeitung intensiv durchlaufen, besitzen die Lager-Fachkräfte weitreichendes Prozesswissen und sind daher höchst flexibel einsetzbar, erläutert Ausbildungsleiterin Samia Khalil.

Zupacken können ist wichtiges Kriterium

Robin Mistl war ein Jahr lang als Kommissionierer bei Löffelhardt tätig, bevor er einen Ausbildungsvertrag unterschrieb. Der 20-Jährige aus Waiblingen hat die Mittlere Reife und ist im ersten Lehrjahr. Sein Kollege Emanuel Schrubba, 24 Jahre alt, wohnhaft in Schorndorf ist bereits im zweiten Lehrjahr und deswegen älter, weil er zuerst eine Lehre als Maurer absolviert hat, bevor er Azubi bei Löffelhardt wurde. Die Arbeitsbedingungen im ersten Betrieb hätten nicht gepasst, sagt er. Aber körperlich ist er gerne im Einsatz. Zupacken können ist für beide jungen Männer ein wichtiges Kriterium zur Zufriedenheit im Beruf.

Wenn man sie im Lager beobachtet, fällt auf, dass neben Kraft auch Geschwindigkeit und Ausdauer – also allgemeine Fitness – dazu gehören. Am Wareneingang kontrollieren sie, ob Inhalt der Kartons zum Lieferschein passt und die Ware den Transport ohne Schaden überstanden hat. Bis zu 2.500 Wareneingänge müssen täglich abgearbeitet werden.

MDE-Gerät zur Orientierung

Am Warenausgang sorgen sie für die richtige Verpackung und stellen sicher, dass der Kunde die Waren erhält, die er geordert hat. Alles muss schnell gehen, und die Handgriffe müssen sitzen. Je besser jemand über Warenflüsse Bescheid weiß, umso geringer sind die Reibungsverluste zwischen Hersteller, Lieferung an den Großhandel, Weiterleitung an den Fachhandel oder das weiterverarbeitende Gewerbe. Das wichtigste Arbeitsmittel ist ein Handscanner, ein sogenanntes MDE-Gerät. Dieses steht mit dem Lagerverwaltungsrechner in Verbindung und dient sowohl zur Einlagerung als auch zur Kommissionierung im vollständig beleglosen Lager bei Löffelhardt. Die Lagerlogistiksoftware teilt die Plätze nach der benötigten Stellfläche ein, die gerade frei ist. Die beiden Auszubildenden haben gelernt, dass man eine solche Zuordnung chaotische Lagerhaltung nennt, dies mit Chaos aber nichts zu tun hat. Vielmehr werden die Lagerflächen auf diese Weise optimal ausgenutzt.

Die Firma Löffelhardt, die in Baden-Württemberg und Bayern insgesamt 18 Standorte hat, bildet jedes Jahr mehrere Fachkräfte für Logistik aus. Die Übernahmequote ist hierbei sehr hoch.

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