Politiker und Experten in einer Veranstaltung der Aktionsgemeinschaft Lärmreduzierung an der A 81 am 20.02.2017 in Asperg Landkreis Ludwigsburg). Foto: Uwe Roth

A 81: Hoffnung auf Lärmschutz

Bietigheimer Zeitung Uwe Roth 22.02.2017

Asperg Bis in fünf Jahren könnte es einen aktiven Lärmschutz entlang der A 81 geben. Davon zeigte sich Steffen Bilger (CDU) am Montag in einer Infoveranstaltung überzeugt.

Seit Jahren warten die Bürger vergeblich auf einen Lärmschutz entlang der Autobahn 81 zwischen den Anschlussstellen Zuffenhausen und Pleidelsheim. Um Druck zu machen, hatten Mitglieder einer Aktionsgemeinschaft (AG) am Montag den Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Ludwigsburg Steffen Bilger in den Keltensaal beim Rathaus in Asperg eingeladen.

Auf der Internetseite der „Ag-A81“ wird groß zu einer Demonstration aufgerufen. Doch die liegt mehr als sieben Jahre zurück. Nach dem 20. September 2009 sei damals die Hoffnung groß gewesen, dass die zuständigen Ministerien und Behörden ihre Planungen beschleunigten, erinnerte sich AG-Sprecher Reinhold Noz in seiner Begrüßungsrede.

Bestenfalls Vertröstungen

Aber passiert sei nichts. Der Verkehr und damit der Lärm hätten zugenommen. Auf der Autobahn sei immer häufiger Stau, der zu ständigem Schleichverkehr in den anliegenden Ortschaften führe und zu einer noch größeren Belastung der Anrainer. Der achtspurige Ausbau der A 81 oder die Freigabe der Seitenstreifen für den Verkehr zur Stauvermeidung gehören daher ebenfalls zu den Forderungen. In den vergangenen Jahren haben die Mitglieder der AG im Hintergrund an ihren Zielen gearbeitet und versucht, mit Briefen an die Politik und Verwaltung etwas zu bewegen. Die Reaktionen seien bestenfalls Vertröstungen gewesen oder schlimmstenfalls die Einschätzung, zusätzlicher Lärmschutz sei unnötig.

Nun ist die Geduld der AG am Ende: „Jetzt gehen wir wieder auf die Straße, wenn nicht endlich was passiert“, kündigte Noz an, der für die CDU im Ludwigsburger Gemeinderat sitzt.

Behörden beschäftigen sich gegenseitig

Bundestagsabgeordneter Steffen Bilger CDU). Foto: Uwe Roth
Bundestagsabgeordneter Steffen Bilger CDU). Foto: Uwe Roth

Im Wahljahr sehen er und seine Mitstreiter gute Voraussetzung, „bis zum Herbst Druck aufzubauen“. Für die Veranstaltung am Montag hat die Drohung gewirkt. Neben Bilger kamen der Landtagsabgeordnete Jürgen Walter (Grüne) aus Asperg sowie einige Politiker, die im September gerne in den Bundestag einziehen wollen. Auch Vertreter aus Freiberg, Möglingen, der Baubürgermeister von Ludwigsburg Michael Ilk sowie Mitarbeiter des Verkehrsministeriums und Regierungspräsidiums Stuttgart waren anwesend. Letztere mussten sich anhören, dass die Verwaltung scheinbar nicht für den Bürger arbeite, sondern am liebsten mit sich selbst beschäftigt sei.

Die Vertreter der Landesregierung baten um Verständnis und machten den Personalnotstand und die zahlreichen Verkehrsprojekte, die abzuarbeiten seien, für die jahrelange Verzögerung verantwortlich. Auf ein Zeitfenster für die Umsetzung der A 81-Planung wollten sie sich aus diesem Grund nicht festlegen. Bundestagsabgeordneter Bilger sieht hingegen Licht am Ende des Planungstunnels: Bis in vier bis fünf Jahren könnten die Seitenstreifen mit entsprechenden Lärmschutzmaßnahmen als zusätzliche Spuren provisorisch freigegeben werden.

„Bundesmittel werden kommen“

Landtagsabgeordneter Jürgen Walter Grüne). Foto: Uwe Roth
Landtagsabgeordneter Jürgen Walter Grüne). Foto: Uwe Roth

Mit seinem Optimismus berief er sich auf eine Auskunft des Bundesverkehrsministeriums. Wenn die letzten Unterlagen vorlägen, werde dort zeitnah das Genehmigungsverfahren beginnen. Nach seiner Überzeugung kann das Verkehrsministerium des Landes bereits zum jetzigen Zeitpunkt mit der Planung zum regulären achtspurigen Ausbau loslegen. „Die Bundesmittel werden kommen“, zeigte er sich sicher, auch wenn das Projekt im aktuellen Bundeswegeverkehrsplan nicht aufgeführt sei. Zudem sei auf Landesebene beschlossen worden, dem Straßenwesen im Regierungspräsidium mehr Planstellen zu geben.

Landtagsabgeordneter Walter begrüßte, dass es anscheinend endlich vorangehe. Er betonte, dass mit dem Ausbau von Autobahnen allein die Verkehrsprobleme nicht gelöst werden könnten. „Wir brauchen eine andere Verkehrspolitik“, forderte der Grünen-Politiker. Der Trend, immer mehr Güter auf die Straße statt auf die Schiene zu bringen, müsse gestoppt werden.

Wie sehr der Güterverkehr die Autobahn belaste, werde sich in einem Extremfall zeigen, wenn der Engelbergtunnel saniert werde, ist Jürgen Walter überzeugt. Für den dabei zu erwartenden Megastau müssten die Anwohner für einige Zeit besonders nervenstark sein.

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